Jahresbericht Ärztekammer Nordrhein 2020
Ärztekammer Nordrhein Jahresbericht 2020 | 5 Vorwort Bewährungsprobe Die Kammerarbeit der zurückliegenden Monate war, wie auch der ärztliche Alltag, geprägt von der Ausbreitung des inzwischen schon nicht mehr ganz so neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2. Am 11. März 2020 erklärte der Gene- raldirektor der Weltgesundheitsorganisation den Ausbruch aufgrund der rapi- den Zunahme der Fallzahlen außerhalb Chinas offiziell zur Pandemie, wenig später folgten bei uns bislang gänzlich ungewohnte staatliche Einschnitte in das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben zur Eindämmung des Virus. Das Zwischenfazit am Herbstanfang: Die Bevölkerung in Deutschland, das Gesundheitswesen und nicht zuletzt die Ärztinnen und Ärzte haben diese He- rausforderung historischen Ausmaßes im internationalen Vergleich recht gut bewältigt. Das gilt auch für unsere ärztliche Selbstverwaltung, die trotz aller notwendigen Einschränkungen voll arbeitsfähig geblieben ist. Die für den 21. März geplante Sitzung unserer Kammerversammlung konnte zwar nicht in Präsenz stattfinden, jedoch ist es kurzfristig gelungen, über ein elektronisches Format wichtige Beschlüsse zu fassen, zudem habe ich die Kolleginnen und Kollegen am geplanten Sitzungstag in einer Videobotschaft und schriftlich über die aktuelle Lage in Sachen Corona sowie weitere wichtige berufs- und ge- sundheitspolitische Themen informiert. Der Kammervorstand, die Vorstands- ausschüsse und die Kommissionen wie auch die Gremien der Nordrheinischen Ärzteversorgung haben ihre Arbeit in Video- und Telefonkonferenzen erledigt, weil Präsenzsitzungen durchweg nicht möglich waren und wir bewusst auf sie verzichten wollten. Nachdem wir die für Mitte März geplanten zentralen Weiterbildungsprüfungen absagen mussten, haben wir zeitnah Prüfungen mit einer kleineren Zahl von Teilnehmern organisiert, sodass der erforderliche Si- cherheitsabstand gewährleistet war. Nachschreibetermine für die Ende März abgesagten Prüfungen der Medizinischen Fachangestellten fanden mit Hygi- enekonzept im Mai statt, auch die für vier Wochen ausgesetzten Fachsprach- prüfungen wurden zügig wieder aufgenommen. Die Ärztliche Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung in Nordrhein arbeitet intensiv an einem möglichst umfassenden Angebot an Online-Fortbildungen. Eine Vielzahl von Videokonferenzen mit den Vorsitzenden unserer Kreisstellen ermöglichte den AustauschderErfahrungenbeiderPandemiebekämpfungzwischendenStädten und Kreisen in Nordrhein. Dabei wurde deutlich, wie wichtig die sektoren- übergreifende Zusammenarbeit aller Beteiligten ist, und wie viel sich erreichen lässt mit Pragmatismus, Kreativität und dem gemeinsamen Willen, an einem Strang zu ziehen. Auf diesem Weg sollten wir weiter gehen, denn noch immer sind die Herausforderungen gewaltig. Schon gegen Ende des Monats Septem- ber, der lange sommerlich war, also noch vor der kalten Jahreszeit, stieg die Zahl der Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 besorgniserregend an. Das Virus wird auf absehbare Zeit nicht verschwinden, trotz aller Hoffnung auf baldi- ge Erleichterung durch einen ausreichend erprobten Impfstoff, sodass wir die Waage zwischen Infektionsschutz und Normalisierung des Lebens ständig neu austarieren müssen. Im vergangenen halben Jahr haben wir alle so viel Neu- es gelernt, medizinisch und organisatorisch, dass wir dem weiteren Verlauf der Coronakrise nicht entnervt entgegensehen sollten. Stattdessen gilt es, im ärztlichen Alltag und in unserer Selbstverwaltung weiter tatkräftig daran zu arbeiten, dass wir die Bewährungsprobe bestehen. Rudolf Henke Präsident der Ärztekammer Nordrhein
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