Jahresbericht Ärztekammer Nordrhein 2020
Weitere Informationen unter www.aekno.de/Umweltmedizin Fortbildungsthemen Netzwerk Umweltmedizin 2017 – 2020 2017 • Belastungen der Be- völkerung mit Ultrafeinstaub: PM 1, PM 5 • Gefährdung durch E-Zigaretten 2018 • Folgen der Energieeinspar- verordnung 2019 • Risiken von Tätowierungen • Dieselschadstoffe und deren Bewertung • Luftreinhalteplan Düsseldorf – Umweltspuren statt Fahr- verbot? • Medikamente im Abwasser – Probleme in der aquatischen Umwelt Umweltmedizinisches Kompetenzzentrum Um auch zukünftig eine umweltmedizinische und patientenorientierte Versorgung anbieten zu können, etablierte sich eine Planungsrunde unter Federführung des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucher- schutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MUN- LV), unter Beteiligung des Ministeriums für Ar- beit, Gesundheit und Soziales NRW (MAGS), des Wissenschaftsministeriums NRW und der beiden nordrhein-westfälischen Ärztekammern. Beraten wurde die Gründung eines umweltmedizinischen Kompetenzzentrums in Nordrhein-Westfalen, um eine individuelle und bevölkerungsbezogene um- weltmedizinische Versorgung sicherzustellen. Das Ziel eines solchen Kompetenzzentrums soll eine gemeinsame Schnittstelle zur Vernetzung von Patientenbetreuung (Individualmedizin) und Wis- senschaft (umweltmedizinische Methoden, Quali- tätssicherung) sein. Neben der Behandlung von Pa- tienten soll ein solches Zentrum beratend tätig und eine Ansprechstelle für Fragen aus der Bevölkerung und der Politik sein sowie bei der Risikokommuni- kation unterstützen. Um Bedarf und Aufgaben gegebenenfalls zu eta- blierender Kompetenzzentren in NRW zu konkre- tisieren, wird vom MUNLV derzeit eine Machbar- keitsstudie unter Beteiligung der Ärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe durchgeführt. Die Studie soll als Entscheidungsgrundlage für die Fi- nanzierung von Modellvorhaben zu Kompetenz- zentren dienen. Infektionsschutz Der Ad-hoc-Ausschuss Infektionskrankheiten und -risiken hat sich am 8. Januar 2020 unter dem Vor- sitzenden Michael Krakau konstituiert. Der Aus- schuss plant die Durchführung weiterer Kammer- symposien zu aktuellen Infektionserkrankungen unter Beteiligung überregionaler Experten, wie sie bereits seit 2011 regelmäßig stattfinden. Im Auf- trag des Vorstands wird er sich zudem mit der regio- nalen Antibiotikaresistenzentwicklung im ambu- lanten und stationären Sektor befassen. Mobbingberatung Mobbing stellt ein relevantes Problem in Einrich- tungen des Gesundheitswesens dar. Die Ärztekam- mer Nordrhein hat bereits 1998 entsprechend dem Beschluss des Deutschen Ärztetages aus demselben Jahr Ansprechpartner für Ärztinnen und Ärzte bei Fragen des Missbrauchs und der Repression in hierarchischen Arbeitsverhältnissen (Mobbing) be- nannt. Die Ansprechpartnerin führt Beratungsgesprä- che mit von Mobbing betroffenen Kolleginnen und Kollegen. In den Gesprächen zeigt sich, dass Mob- bing oftmals nicht das primäre Problem ist, sondern Organisationsmängel sowie arbeits- oder berufs- rechtliche Probleme im Vordergrund stehen, die sich in Unzufriedenheit und in Mobbing-Aktionen ausdrücken. Im Jahr 2019 haben sich 25 Ärztinnen und Ärzte an die Mobbing-Ansprechpartnerin gewandt. Die derzeitige Ansprechpartnerin ist: Stefanie Esper (Stefanie.Esper@aekno.de , 0211 4302 2204) Ethikkomitee der Ärztekammer Nordrhein Ärztinnen und Ärzte erleben in den für die Medi- zin charakteristischen Grenzbereichen des Lebens eine stärker als früher wahrnehmbare ethische Ver- unsicherung. Zu den Ursachen zählen die in jedem Einzelfall auf ihren Sinn hin zu prüfenden, zuneh- menden Möglichkeiten der technisierten Medizin, die immer komplexeren individuellen wie kollekti- ven Ansprüche an die gesundheitliche Versorgung, zunehmende Arbeitsverdichtung, Mangel an Zeit für den einzelnen Patienten wie auch die immer stärker spürbare Last wirtschaftlicher Zwänge. Die ethischen Konflikte sollen und dürfen die Ärztin- nen und Ärzte nicht von der Erfüllung ihrer Pflich- ten gegenüber ihren Patientinnen und Patienten abbringen. Der Vorstand der Ärztekammer Nordrhein hat daher am 6. März 2019 die Einrichtung eines Komi- tees zur medizin- und berufsethischen Beratung von Kammerangehörigen beschlossen. Im April 2019 wurde der Gründungsausschuss eingerichtet und es wurden sechs auf dem Gebiet der ethischen Be- ratung geschulte Mitglieder in den Gründungsaus- schuss berufen. Der Gründungsausschuss erarbeite- te eine Geschäftsordnung und nimmt Anregungen 90 | Jahresbericht 2020 Ärztekammer Nordrhein Medizinische Grundsatzfragen
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MjMxMzg=