Jahresbericht Ärztekammer Nordrhein 2020
Ärztekammer Nordrhein Jahresbericht 2020 | 91 Medizinische Grundsatzfragen und ethische Fragen von Kammermitgliedern ent- gegen. Mit demKammersymposium „Update Ethik: Therapiebegrenzung versus Therapieverzicht“ stellte sich der Gründungsausschuss Ende Februar im Haus der Ärzteschaft in Düsseldorf Mitgliedern und einem interessierten Publikum vor. Versorgung psychisch Kranker Der Ausschuss Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik unter dem Vorsitz von Christa Bar- tels hat sich in seiner konstituierenden Sitzung im März 2020 mit den Beschlüssen des 122. Deutschen Ärztetags in Münster befasst. So wird der Ausschuss in der laufenden Wahlperiode (2019-2024) den ein- gesetzten Ad-hoc-Ausschuss Ärztegesundheit un- terstützen, sich mit dem Interventionsprogramm für suchtgefährdete Ärztinnen und Ärzte befassen und die Krankenhausplanung für die Psychiatrie begleiten. Weiter ist eine Überarbeitung des Leit- fadens „Kommunikation im medizinischen Alltag“ geplant. Substitutionstherapie Opioidabhängiger Die Beratungskommission für die substitutions- gestützte Behandlung Opioidabhängiger unter dem Vorsitz von Professor Dr. Norbert Scherbaum berät regelmäßig Kolleginnen und Kollegen in Kliniken und Praxen. Neben den regelmäßig substituieren- den Ärztinnen und Ärzten erkundigen sich auch im Krankenhaus tätige Ärztinnen und Ärzte, die akut Patientinnen und Patienten versorgen müssen, bei denen die Folgen der Opioidabhängigkeit eine Sub- stitution erforderlich machen. Mit der aktuellen Wahlperiode (2019/2024) hat die Ärztekammer Nordrhein die Beratungskommission gleichfalls als Ad-hoc-Ausschuss Sucht und Drogen eingesetzt. Die Beratungskommission erhält über ihre Hotline regelmäßig Anfragen von substituierenden Ärz- tinnen und Ärzten, die hier schnell und unbürokra- tisch kompetente Unterstützung zu verschiedenen Aspekten und Problemen einer Substitutionsbe- handlung bekommen. Ein besonderes und immer wichtiger werden- des Ziel ist es, junge Ärztinnen und Ärzte für die sachgerechte Therapie dieser Gruppe chronisch er- krankter Patienten zu gewinnen. Zusätzlich zu dem vertraulichen Arzt-Patienten-Verhältnis ist eine im Netzwerk erfolgte Therapie auch der Garant für die- se erfolgreiche medizinische Behandlungsmethode. Die Beratungskommission der Ärztekammer unter- stützt Kolleginnen und Kollegen bei der Einhaltung der Richtlinie der Bundesärztekammer, des Betäu- bungsmittelgesetzes (BtMG) und der Betäubungs- mittel-Verschreibungsordnung (BtMVV) und lädt diese auch zu kollegialen Gesprächen ein. Derzeit erarbeitet die Arbeitsgruppe „Umsetzung und Weiterentwicklung der Substitutionsthera- pie opioidabhängiger Patientinnen und Patienten NRW“ unter Beteiligung des NRW-Gesundheits- ministeriums, der Kassenärztlichen Vereinigun- gen, der Kammern und weiterer Fachleute eine Image-Broschüre zur Substitutionsbehandlung in NRW. Die Ärztekammer Nordrhein organisiert in Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein und interessierten Kreisstellen die Ver- anstaltungsreihe „Mut zur Substitution“, um auf die Substitutionstherapie als „State of the art“-The- rapie hinzuweisen. Interventionsprogramm für abhängigkeitskranke Ärzte Die Ärztekammer Nordrhein setzt sich für eine hochstehende und sichere Patientenversorgung ein. Es ist ihre Pflicht, Patienten- und Ärztewohl gleichermaßen zu fördern. Ist das Patientenwohl durch eine Erkrankung der Ärztin oder des Arztes gefährdet, so ist es Aufgabe der Ärztekammer, den Betroffenen Hilfe anzubieten. Bei Suchterkrankungen stehen Ärztinnen und Ärzte oft vor dem Problem, entsprechende Unter- stützung und anonyme Hilfe zu erhalten. Aus die- sem Grund hat die Ärztekammer Nordrhein das Interventionsprogramm für abhängigkeitskranke Ärztinnen und Ärzte ins Leben gerufen. Im Be- richtsjahr wurden unter anderem die Zugangswege zum Programm vereinfacht und die Rechtssicher- heit beestätigt. Das Programm bietet schon frühzei- tig Hilfe an. Durch die externe ärztliche Leitung ist eine Behandlung, der Schutz der Betroffenen und das nötige Vertrauensverhältnis gewahrt. Die Com- pliance der Betroffenen ist ein wesentlicher und eingeforderter Faktor. Die Erfahrungen sind sehr positiv. Erreichbar ist die ärztliche Leitung des Interventionsprogramms unter: Dr. Stefan Spittler, Oberdießemer Str. 111 , 47805 Krefeld Telefon: 02151 3347701 Substitutionstherapie Hotline der Beratungs- kommission: 0211 4302-2213 Ethikkomitee Ärztinnen und Ärzte, die mit dem Gründungsausschuss in Kontakt treten möchten, wenden sich bitte an: Geschäftsstelle Stefan Kleinstück Ärztekammer Nordrhein, Tersteegenstr. 9, 40474 Düsseldorf Tel.: 0211 4302-2208 E-Mail: ethikberatung@aekno.de Im Internet ist das Komitee zu finden unter www.aekno.de/ medizinethische-beratung
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