Jahresbericht Ärztekammer Nordrhein 2021

16 | Jahresbericht 2021 Ärztekammer Nordrhein Kammerversammlung Angesichts von täglich mehr als 20.000 Neuinfek- tionen mit SARS-CoV-2 und verschärften Kontakt- beschränkungen durch das Land Nordrhein-West- falen hatte die Kammer sich entschieden, die Ver- sammlung erstmals als Videokonferenz durchzu- führen. Vor Ort waren Präsident Rudolf Henke, Vizepräsident Bernd Zimmer, die hauptamtliche Geschäftsführung der Kammer sowie ein Team von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die für einen reibungslosen Ablauf der Sitzung sorgten. Auch inhaltlich bestimmte Corona die Kammer- versammlung. Deutschland sei bis dahin im inter- nationalen Vergleich relativ gut durch die Pandemie gekommen, stellte der Präsident in seinem Bericht zur berufs- und gesundheitspolitischen Lage fest. Das sei insbesondere dem unermüdlichen Einsatz der Ärztinnen und Ärzte in Praxen, Kliniken und Gesundheitsämtern sowie den zahllosen freiwil- ligen ärztlichen Helferinnen und Helfern in den Testzentren zu verdanken. Neben der Zugänglich- keit von Tests und einer besonderen Bereitschaft der Bevölkerung zum Einhalten von Disziplin liege der recht erfolgreiche Umgang mit der Pandemie auch darin begründet, wie in Deutschland Versorgung organisiert werde. „In der ersten Welle sind sechs von sieben Patienten abschließend in den Praxen der niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen ver- sorgt worden“, sagte Henke. Während im Ausland vielfach das Krankenhaus erste Anlaufstelle für die Patienten sei, hätten sich die Kliniken hierzulande auf die Behandlung der Schwerkranken konzen- trieren können, betonte der Kammerpräsident. Er hob hervor, wie wichtig in der Pandemie der Schutz vulnerabler Patientengruppen ist. Einer internationalen Studie zufolge liege die Sterblich- keit in der Altersgruppe der 65- bis 74-Jährigen bei 2,2 Prozent und damit 30-mal höher als bei der Grip- pe. In der Altersstufe der über 85-Jährigen sterbe fast jeder Dritte COVID-19-Patient. Auch Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes, COPD, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Menschen mit Behinderung müssten mit schwereren Krankheits- verläufen rechnen als Gesunde. Bei allen Strategie- diskussionen über den Umgang mit der Pandemie gehe es deshalb im Kern auch immer um die Frage gesellschaftlicher Werte. „Es geht um die Frage, wie sehr wir uns für verletzliche Bevölkerungsgruppen einsetzen“, mahnte Henke. „Wir Ärztinnen und Ärzte stimmen allen Maßnahmen zu, die helfen, die Pandemie einzudämmen und vulnerable Gruppen zu schützen, ohne sie abzuschreiben oder ihnen die Hauptlast der Pandemie aufzubürden.“ Die eine „richtige“ Strategie bei der Pandemie- bekämpfung habe niemand. Man müsse den Men- schen vermitteln, dass das Verhalten jedes Einzel- nen entscheidend zur Eindämmung des Infektions- geschehens beitragen könne. Zentral sei es, Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten, Alltagsmasken zu tragen, regelmäßig zu lüften und die Corona-Warn- App einzusetzen. „Lassen Sie uns dies auch weiter- hin gemeinsam kommunizieren und der Bevölke- rung ein Signal der Zuversicht und des Vertrauens geben“, sagte der Kammerpräsident. Hassmails an medizinisches Personal Henke und Vizepräsident Bernd Zimmer verur- teilten, dass Ärztinnen und Ärzte ebenso wie die Ärzteparlament tagt im Zeichen von Corona Steigende Infektionszahlen und verschärfte Kontaktbeschränkungen im Kampf gegen die Coronapandemie prägten die Kammerversammlung der Ärztekammer Nordrhein, die am 14. November 2020 erstmals audiovisuell tagte. Präsident Rudolf Henke und Vizepräsident Bernd Zimmer leiten die Kammerversammlung per Videokonferenz aus einem Sitzungssaal im Düsseldorfer Haus der Ärzteschaft heraus.

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