Rheinisches Ärzteblatt 02/2026

Magazin Rheinisches Ärzteblatt / Heft 2 / 2026 7 Umfrage Ärzte zunehmend Opfer von Gewalt Die Zahl der Übergriffe gegen Ärztinnen und Ärzte sowie gegen medizinisches Personal nimmt zu. Dies zeigt eine Befragung von Lesern des Deutschen Ärzteblattes. Das Spektrum der Gewalt reicht von verbalen Attacken über Anfeindungen aufgrund von Herkunft oder Religionszugehörigkeit bis hin zu körperlicher Gewalt. Zwei Drittel der 1.619 Befragten haben der Umfrage zufolge Gewalt im beruflichen Kontext erfahren. 56 Prozent berichten, dass Gewalt im beruflichen Alltag zugenommen habe. Verbale Übergriffe werden als die häufigste Form der Gewalt genannt (89 Prozent), körperliche Gewalterfahrungen machten 47 Prozent der Befragten. 23 Prozent der Opfer wurden vorübergehend in ihrer Berufsausübung beeinträchtigt, neun Prozent dauerhaft. Mit einer aktuell vorbereiteten Neufassung von § 116 des Strafgesetzbuches sollen künftig Ärztinnen und Ärzte sowie Angehörige anderer Heilberufe in die Regelung besonderer Strafvorschriften zum Schutz von Einsatz- und Rettungskräften einbezogen werden. G-BA aktualisiert Impfempfehlungen Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die jüngsten Empfehlungen der Ständigen Impfkommission zu Impfungen gegen Meningokokken und Herpes-Zoster in die Schutzimpfungs-Richtlinie übernommen. Neu ist eine Impfempfehlung gegen Meningokokken für alle Kinder im Alter von zwölf bis 14 Jahre. Die Impfung im Kleinkindalter entfällt. Die Impfung gegen Gürtelrose wird jetzt bei Personen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko bereits ab 18 Jahren empfohlen. Die Kriterien, in welchen Fällen von einer erhöhten Gefährdung durch eine Gürtelrose auszugehen ist, hat die STIKO präzisiert. Die Änderungen treten voraussichtlich im Februar in Kraft. MST Kurz gemeldet Heilmittelausgaben auf Rekordhoch Im Jahr 2024 haben die Heilmittelausgaben der AOK mit 4,8 Milliarden Euro ein Rekordhoch erreicht. Das teilte das Wissenschaftliche Institut der AOK mit. Demnach haben sich die Heilmittelausgaben innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppelt. 2015 habe dieser Wert noch bei 2,1 Milliarden Euro gelegen. Im Vergleich zu den Umsatzsteigerungen blieb der Kasse zufolge die Lohnentwicklung bei den Heilmittelberufen zurück: Während die Ausgaben für Heilmittel zum Beispiel im Rheinland seit 2018 um mehr als 71 Prozent stiegen, wuchsen die Entgelte etwa in der Physiotherapie, Ergotherapie oder Logopädie in NRW nur um 34,2 Prozent. MST Informationen für Frauen mit HIV/Aids Die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Frauen* und HIV/Aids in NRW hat im Dezember 2025 ihr 30-jähriges Bestehen gefeiert. In der LAG sind aktuell 20 Organisationen landesweit vernetzt, die mit HIV infizierte Frauen informieren, beraten und unterstützen. Zu den langjährigen thematischen Schwerpunkten zählen unter anderem Schwangerschaft, Geburt und Stillen mit HIV. Nach Angaben der Aidshilfe NRW wirkte die LAG im vergangenen Frühjahr an der Aktualisierung der Leitlinie zur HIV-Therapie in der Schwangerschaft und bei HIV-exponierten Neugeborenen der Deutschen und der Österreichischen Aidsgesellschaft mit. MST Facharztprüfungen Anmeldeschluss und Termine Der nächste zu erreichende Prüfungszeitraum zur Anerkennung von Facharztkompetenzen, Schwerpunktbezeichnungen und Zusatz-Weiterbildungen bei der Ärztekammer Nordrhein ist vom 18. bis 22. Mai 2026. Anmeldeschluss: Freitag, 27. März 2026 Ärztinnen und Ärzte, die zur Prüfung zugelassen sind, erhalten eine schriftliche Ladung mit dem genauen Prüfungstermin und der Uhrzeit mindestens 14 Tage vorher. www.aekno.de/Weiterbil dung/Pruefungen ÄkNo Bundesverdienstkreuz Bonner Arzt ausgezeichnet Für sein Engagement zur Verbesserung der Bildungs- und Lebensbedingungen von Mädchen und jungen Frauen im kolumbianischen Chocó hat der Bonner Arzt Dr. Theodor Rüber Anfang Dezember das Bundesverdienstkreuz erhalten. Rüber gründete 2015 die Hilfsorganisation CASA HOGAR Deutschland e.V., die Mädchen und Frauen in der von Gewalt betroffenen Region Chocó durch Bildung ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen will. Bislang entstanden mehr als 40 Projekte, darunter Wohnheime für Schülerinnen und Studentinnen, Schutzunterkünfte sowie Bildungsstipendien. Rüber promovierte im USamerikanischen Boston und arbeitete im Anschluss in einem öffentlichen Krankenhaus in Kolumbien. Heute leitet er eine Arbeitsgruppe in der Neuroradiologie des Universitätsklinikums Bonn. MST Die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin hat kürzlich in einem Positionspapier eine NullToleranz-Politik gegenüber Gewalt gefordert. Mit der systematischen Implementierung und Finanzierung präventiver Maßnahmen in den Krankenhäusern solle die Arbeitsfähigkeit und der Erhalt qualifizierten Personals gesichert werden. tg Besserer Schutz vor Gewalt: Ärztinnen und Ärzte sollen in die Regelung besonderer Strafvorschriften einbezogen werden. Foto: PinkBadges/istockphoto.com

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