Magazin Rheinisches Ärzteblatt / Heft 2 / 2026 9 Nordrhein-Westfalen Neuer Krankenhausplan vollständig umgesetzt Nicht alle Krankenhäuser haben jedoch die Neuzuweisung ihres Leistungsspektrums klaglos akzeptiert. Aktuell seien bei den Verwaltungsgerichten 94 Hauptsacheverfahren und 72 Eilverfahren anhängig, die sich zumeist gegen einzelne Planungsentscheidungen richteten, berichtet die Landesregierung. Von den 72 Eilverfahren seien bislang 45 erstinstanzlich zugunsten des Landes entschieden worden, weitere 17 ganz oder teilweise zugunsten der Krankenhäuser. Vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster als nächster Instanz seien bislang 40 Beschwerden gegen die Eilentscheidungen eingelegt worden. 14 Beschwerden wurden bisher zugunsten des Landes entschieden, vier ganz oder teilweise zugunsten der Krankenhäuser. In den Hauptverfahren liegen noch keine Urteile vor. HK Mit Beginn des Jahres 2026 ist die Krankenhausreform in Nordrhein-Westfalen vollständig umgesetzt. Der Großteil der Neuregelungen trat bereits am 1. April 2025 in Kraft, jetzt folgten die zehn noch ausstehenden der insgesamt 64 Leistungsgruppen. Wie die Landesregierung mitteilte, handelt es sich dabei um Leistungsgruppen der Kardiologie (EPU / Ablation, Interventionelle Kardiologie, Kardiale Devices), der Notfallversorgung (Bauchaortenaneurysma, Carotis operativ/interventionell, Stroke Unit), der Orthopädie (Endoprothetik Hüfte, Endoprothetik Knie, Wirbelsäuleneingriffe) und um die Leistungsgruppe Bariatrische Chirurgie. Die Übergangsfrist begründete die Landesregierung mit den hohen Fallzahlen oder der besonderen Notfallrelevanz, die zusätzlich Zeit für die Anpassung der Kapazitäten in den Krankenhäusern erfordert habe. Kreisstellen Eingeschränkter Besucherverkehr Die Kreisstellen Mönchengladbach und Viersen sowie die Kreisstellen Remscheid, Solingen und Wuppertal im Servicezentrum Bergisch Land der Ärztekammer Nordrhein ziehen Ende März 2026 nach Düsseldorf um. Aus diesem Grund bleiben diese Kreisstellen bis 31. März 2026 für den Besucherverkehr geschlossen. Ab dem 1. April 2026 sind sie am neuen Standort im Haus der Ärzteschaft, Tersteegenstr. 9, 40474 Düsseldorf zu finden. Ärztinnen und Ärzte, die vor dem 1. April einen Vorort-Termin benötigen, können sich per E-Mail an die Meldeabteilung wenden unter meldewesen@aekno.de. bre Praxen Arztzahlen bleiben stabil Die Zahl der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der ambulanten Versorgung erreichte 2024 mit knapp 190.000 ein Rekordhoch. Gegenüber 2023 entspricht dies einem Anstieg von 1,1 Prozent, im Zehnjahresvergleich einem Plus von rund 15 Prozent. Nach Angaben des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) war der Zuwachs bei den Psychologischen Psychotherapeuten am größten (+3,6 Prozent), zwischen 2014 und 2024 stieg deren Zahl um rund 64 Prozent. Die Zahl der Hausärzte nahm im selben Zeitraum um rund vier Prozent zu, die der Fachärzte um etwa zehn Prozent. Aufgrund zunehmender Teilzeitbeschäftigung sinke jedoch die Arbeitszeit pro Kopf erklärte das Zi. MST Transplantationszentren Keine Anzeichen für Manipulationen Eine positive Bilanz der Arbeit in der Transplantationsmedizin haben die für die Prüfung von Transplantationszentren in Deutschland zuständigen Kontrollgremien von Bundesärztekammer, Deutscher Krankenhausgesellschaft und GKV-Spitzenverband in ihrem Tätigkeitsbericht 2024/2025 gezogen. Überprüft wurden die Herz-, Lungen-, Leber-, Nieren- und Pankreastransplantationsprogramme der Jahre 2019 bis 2021. Insgesamt flossen nach Angaben der Prüfer 58 Transplantationsprogramme in die Auswertung ein, in deren Rahmen insgesamt 9.169 Organe postmortal gespendet wurden. Die Prüfungen hätten ergeben, dass die Vorgaben und Richtlinien aus dem Transplantationsgesetz ganz überwiegend eingehalten worden seien, teilten die Prüfer mit. „Wir haben keine Anhaltspunkte für Manipulationen oder systematische Verstöße gefunden“, sagte der Vorsitzende der Prüfungskommission, Oberstaatsanwalt a. D. Thomas Schwarz. Ebenfalls Teil des Tätigkeitsberichts ist die Arbeit der unabhängigen Vertrauensstelle Transplantationsmedizin, die Hinweise auf mögliche Verstöße gegen das TransplantaDie 127 Transplantationsprogramme der 46 Transplantationszentren in Deutschland werden verdachtsunabhängig alle drei Jahre daraufhin überprüft, ob bei der Organspende alles regelkonform abläuft. tionsgesetz entgegennimmt. Dort gingen 24 Eingaben ein, überwiegend einzelfallbezogene Fragen zur Organspende und möglichem Organhandel sowie zur Lebendorganspende, so die Prüfgremien. Der Tätigkeitsbericht kann unter www.geschaeftsstelletransplant.de abgerufen werden. HK Foto: sturti/istockphoto.com
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