Rheinisches Ärzteblatt 03/2026

10 Rheinisches Ärzteblatt / Heft 3 / 2026 Magazin – Studium und Berufseinstieg „Kalimera sas …“ Diese Begrüßung kenne ich. Die nächsten Sätze des Gynäkologen verstehe ich schon nicht mehr. Der Assistenzarzt wirft uns immer wieder Übersetzungen, englische Brocken, vor die Füße, die ich weder im Griechischen noch im Englischen verstehe. Wahrscheinlich würde ich sie noch nicht einmal im Deutschen verstehen. Wie ein Geist schwebe ich der Visite im Papageorgiou Hospital in Thessaloniki hinterher, nur für die Begrüßung bin ich vorhanden, danach dissoziiere ich wieder in einem Meer aus griechisch. Mein Erasmus-Semester in Griechenland ist zugegebenermaßen weniger an der Uni orientiert, mehr am Ägäischen Meer, an der Sonne und den vielen spannenden Menschen, die ich hier treffen durfte. Im Krankenhaus verstehe ich die Arzt-Patienten-Gespräche zwar nicht, genieße dafür aber die Interaktionen mit meinen griechischen, tschechischen, französischen, spanischen, deutschen und europäischen Kommilitoninnen und Kommilitonen umso mehr. Weil der Fokus mehr auf dem internationalen Austausch liegt, sind selbst die Vorlesungen, die tatsächlich auf Englisch gehalten werden, nicht mehr so relevant. Wir treffen uns lieber in unserem Lieblingscafé, spielen Backgammon und lassen die Katzen über die Tische laufen. Ganz viele Katzen aus ganz Europa und zum Teil auch aus der ganzen Welt kommen hier zusammen, um zu zeigen, dass jede Grenze, jede Distanz, jede Mauer durch Freundschaft und Zuneigung eingerissen werden kann. Es ist schön, ein Teil der Erasmus-Gemeinschaft zu sein, und es hat mich dazu gebracht, noch intensiver darüber nachzudenken, welche Mauern noch einzureißen sind. Wie erlebt Ihr das Medizinstudium? Schreibt mir unter medizinstudium@aekno.de. Statistik Studierendenzahl in NRW nach Jahren wieder im Plus Im Wintersemester 2025/2026 waren an den NRW-Hochschulen rund 707.000 Studentinnen und Studenten eingeschrieben. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum waren dies etwa 5.700 oder ein Prozent mehr Studierende. Damit stieg die Zahl erstmals seit fünf Jahren wieder an, wie das Statistische Landesamt des Landes Nordrhein-Westfalen mitteilte. Ebenfalls ist die Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger um rund zwei Prozent oder 2.100 Personen auf 92.900 Studierende gestiegen. Ein Anstieg der Zahl der Medizinstudierenden war an den Universitäten in Nordrhein mit einer medizinischen Fakultät vielerorts nicht festzustellen. Allein die Universität Köln konnte einen Zuwachs von Studienanfängern verzeichnen. Deren Zahl stieg im Wintersemester 2025/2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,7 Prozent auf 5.264. Die übrigen nordrheinischen Universitäten, an denen ein Medizinstudium möglich ist, verzeichneten bei den Erstsemestern einen Rückgang zwischen 2,6 Prozent in Duisburg-Essen und 7,9 Prozent in Bonn. Bei der Gesamtzahl der Studentinnen und Studenten fällt der Jahresvergleich in Nordrhein negativ aus. An der Universität in Düsseldorf nahm die Studierendenzahl um 3,2 Prozent am deutlichsten ab. An der RheinischWestfälischen Technischen Hochschule in Aachen waren im Wintersemester 2025/2026 2,6 Prozent weniger Frauen und Männer eingeschrieben, gefolgt von der Universität Duisburg-Essen mit einem Minus von 2,0 Prozent. Bonn verzeichnete einen Rückgang von 0,4 Prozent und Köln von 0,3 Prozent. Die von den Landesstatistikern festgestellte positive Entwicklung der Studierendenzahl war durch den Anstieg an den Fachhochschulen sowie den Verwaltungsfachhochschulen im Land begründet. bre Essen Tag der Allgemeinmedizin Zum achten Mal veranstaltet das Institut für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Essen die Fortbildung „Tag der Allgemeinmedizin“. Das aktuelle Motto der ganztägigen Veranstaltung lautet „Allgemeinmedizin – Praxis-LehreForschung“. Die Fortbildung besteht hauptsächlich aus vier Workshop-Sessions, die parallel verschiedene Themen behandeln und die Möglichkeit eröffnen, diese intensiv und interaktiv zu bearbeiten. Einige Workshops werden wiederholt, sodass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Chance haben, je nach Interessenlage die Module individuell zusammenzustellen. Auf der Agenda stehen beispielsweise die Integration von Physician Assistants in der Hausarztpraxis, die Placeboforschung, Positive Health und eine ressourcenorientierte Gesprächsführung, Mind Body Medicine und die Frage, ob dies ein wirksames Konzept zur Stressregulation sein könnte, sowie das Ausloten von Potenzialen und Schnittstellen zwischen Allgemeinmedizin und Gesundheitskiosken. Bei Diagnostik und Therapie stehen die Sonografie des Abdomens und der Schilddrüse, Hauterkrankungen, PSA- und Lungenkrebsscreening, Früherkennung und Prädiktion von Demenz, Check-Up-Untersuchungen, Adipositas, Fußgesundheit sowie geschlechtersensible Schmerztherapie auf dem Programm. Auch Notfalltrainings für Praxisteams und vorausschauende Notfallplanung stehen zur Auswahl. In einer Plenarsitzung steht das Thema „Praxis-Lehre-Forschung“ im Mittelpunkt. Der 8. Tag der Allgemeinmedizin findet statt am Mittwoch, 8. März 2026 zwischen 9 und 17.30 Uhr im Lehr- und Lernzentrum des Universitätsklinikums Essen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Anmeldung erfolgt über www.ifam-essen.de/ tag-der-allgemeinmedizin. bre Mail aus Thessaloniki Lüko Fischer Foto: privat Ärztliche Körperschaften im Internet Ärztekammer Nordrhein www.aekno.de Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein www.kvno.de Ärzteversorgung Nordrhein www.naev.de

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