Rheinisches Ärzteblatt 03/2026

38 Rheinisches Ärzteblatt / Heft 3 / 2026 Arztrecht konzis und praxisnah Medizinrechtliche Fragen spielen für Ärztinnen und Ärzte bei ihrer täglichen Arbeit in der Regel keine wesentliche Rolle. Juristische Berührungspunkte sind allenfalls marginal. Wird ein Arzt aber mit dem Medizinrecht konfrontiert, herrscht nicht selten ängstliche Ratlosigkeit. Erstaunt nimmt man wahr, wie weite Teile ärztlicher Tätigkeit medizinrechtlich beeinflusst, eingegrenzt, wenn nicht gar normiert sind. Insofern erscheint es sinnvoll, wenn zumindest Ärztinnen und Ärzte in verantwortlicher Stellung sich um Kenntnisse der Grundsätze des Medizinrechts für den jeweiligen Arbeitsbereich bemühen. Ärzten ist es geläufig, den Einzelfall des Patienten im Rahmen seines gesamten Krankheitsbilds zu sehen. Die Besonderheiten des Einzelfalls sind mit den allgemeinen Kenntnissen in Pathologie und Physiologie in Einklang zu bringen. Professor Dr. iur. Christian Katzenmeier und Dr. iur. Claudia Achterfeld gelingt es in ihrem Casebook konzis, praxisnah und beispielhaft die für die einzelnen Bereiche geltenden Vorschriften und Regelungen zu formulieren. Im Casebook wird das Allgemeine durch die Besonderheiten einer Falldarstellung gut verständlich und merkbar vermittelt. Ärztliches Berufs-, Gesellschafts- und Vertragsarztrecht leiten ein, gefolgt von einer Gegenüberstellung der Arzt- und Patientenrechte. Es folgen Kapitel zu Rechtsbeziehungen zwischen Arzt und Patient, ärztlicher Hilfspflicht sowie Berufsgeheimnis und Dokumentation. Danach folgen praktisch orientierte Abschnitte zu Behandlungsfehlern und Haftpflichtfragen, Aufklärung und Einwilligung. Alternativen zum Haftpflichtprozess stellt das Autorenteam gesondert dar, so auch zum Beispiel die Möglichkeit einer vorgerichtlichen Klärung von Unstimmigkeiten durch die bei den Ärztekammern angesiedelten Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen. Beweis- und versicherungsrechtliche Fragen und Antworten schließen ab. Die praxisnahe Broschüre ist für die einzelnen Sparten des Medizinrechts von der administrativen Führung einer Praxis über die Verwaltung eines Krankenhauses bis hin zur täglichen Praxis eines Arztes als Vademecum bestens zu empfehlen. Das Buch hilft, Fallstricke bei der Behandlung von Patientinnen und Patienten zu identifizieren, im Einzelfall frühzeitig zu erkennen und manche rechtlichen Untiefen präventiv zu umschiffen und im Falle eines Falles richtig zu reagieren. Professor Dr. Hans Friedrich Kienzle, früheres Geschäftsführendes Mitglied der Gutachterkommission für ärztliche Behandlungsfehler bei der Ärztekammer Nordrhein Katzenmeier, C., Achterfeld, C.: Medizinrecht Casebook. 2025, 345 Seiten, 29,99 Euro, ISBN 978-3662-70661-9, Springer, Berlin. Klassifikation von Persönlichkeitsstörungen Die dänischen Autoren des Navigationsleitfadens, Bo Bach und Sebastian Simonsen, waren an der Konzeption und Überarbeitung der ICD-11 beteiligt. Sie geben einen kompakten Überblick über die Änderungen, die sich aus dem Übergang vom bisherigen ICD-10 und den DSM5-Persönlichkeitsstörungstypen zum neuen ICD-11-DiagnoseKonzept ergeben haben. Damit kann der klinische Leitfaden Ärztlichen und Psychologischen Psychotherapeuten aber auch Psychiatern und klinischen Psychologen die Anwendung der neuen Klassifikation von Persönlichkeitsstörungen und verwandten Persönlichkeitsmerkmalen und -mustern erleichtern. Anhand zahlreicher klinischer Beispiele aus der Praxis erläutern die Autoren die Einordnung von leichten, mittelschweren und schweren Störungen, die unterschiedlichen Muster sowie die Interpretation spezieller Kombinationen psychischer Auffälligkeiten. Ebenfalls stellt das Buch differenzialdiagnostische Überlegungen vor, die zur klinischen Entscheidungsfindung auf der Grundlage der ICD11-Leitlinien beitragen können. Im Anhang finden sich weitere verfügbare und standardisierte Instrumente, die den Übergang von der alten Systematik in die neue Klassifikation erleichtern, wie zum Beispiel die Übersetzung von traditionellen ICD10-Typen. bre Bach, B., Simonsen, S.: ICD-11 Persönlichkeitsstörungen. Ein klinischer Leitfaden. Deutsche Ausgabe herausgegeben von Johannes Vetter. 1. Auflage 2025, 186 Seiten, 35 Euro, ISBN 978-3-456-86366-5, Hogrefe Verlag, Bern. Nierentransplantation und Lebendspende Auch wenn die Bundesregierung das Thema Organspende und insbesondere die Nierenspende wieder in den Blick nimmt, so übersteigt in Deutschland immer noch die Zahl der Patientinnen und Patienten auf der Warteliste bei weitem die der gespendeten Organe. Die Herausgeber des vorliegenden Buches werfen einen Blick auf das Spektrum der medizinischen Entwicklungen speziell bei der Nierentransplantation und der Nierenlebendspende. Die Artikel, die von erfahrenen Ärztinnen und Ärzten verschiedener Transplantationszentren erarbeitet wurden, decken alle relevanten Teilbereiche der Nierentransplantation und Nierenlebendspende ab wie beispielsweise die Allokation, chirurgische und immunologische Themen sowie die Transplantationsnachsorge. Im Teil zur Nierenlebendspende stehen neben medizinischen Aspekten vor allem ethisch-moralische sowie rechtliche Überlegungen im Mittelpunkt, da dabei der Grundsatz „primum nihil nocere“ ins Zentrum des moralisch geforderten Handelns tritt. bre Sommerer, C., Nickel, P., Zeier, M., Eckardt, K.-U. (Hrsg): Nierentransplantation und Nierenlebendspende. 2021, 269 Seiten, 59 Euro, ISBN: 978-3-87185-552-8, DustriVerlag, München-Deisenhofen. Bücher

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