Rheinisches Ärzteblatt 04/2025

10 Rheinisches Ärzteblatt / Heft 4 / 2025 Magazin – Studium und Berufseinstieg Am 18. Januar 2025 fand im Hörsaal 3A der Heinrich-Heine-Universität (HHU) Düsseldorf die Examensfeier der Absolventinnen und Absolventen des Medizinstudiums statt. Der Ort hätte symbolträchtiger kaum sein können. Genau dort, wo vor mehr als sechs Jahren die Begrüßungsveranstaltung stattfand, wurden nun die Urkunden durch den Geschäftsführer des Studiendekanats der Medizinischen Fakultät der HHU, Professor Dr. Ulrich Decking, überreicht. Ein Kreis schloss sich, und viele Erinnerungen wurden wach. Die Feier wurde durch verschiedene Reden geprägt. Diese Rückblicke verdeutlichten die Herausforderungen des Studiums, insbesondere während der Coronapandemie und erinnerten daran, wie wichtig es ist, als Mediziner auf die eigene mentale Gesundheit zu achten, nicht zuletzt, um auch der Fürsorge gegenüber unseren Patientinnen und Patienten gerecht zu werden. Gleichzeitig wurden die Meilensteine der vergangenen Jahre gewürdigt, die die Absolventen auf ihrem Weg zum Examen bewältigt haben. Musikalisch wurde die Veranstaltung durch den Medizinerchor der HHU begleitet, eine Gruppe engagierter Medizinstudierender, die für den feierlichen Rahmen sorgte. Im Beisein von Familie, Freundinnen und Freunden wurde nicht nur der Abschluss gefeiert, sondern auch der Start in einen neuen Lebensabschnitt, der vielversprechende Perspektiven für die frischgebackenen Ärztinnen und Ärzte bereithält. Wie erlebt Ihr das Medizinstudium? Schreibt mir unter medizinstudium@ aekno.de. Düsseldorf Tag der Allgemeinmedizin Unter der Überschrift „Einmal mit alles! Bunte Tüte Hausarztmedizin“ lädt das Institut für Allgemein- medizin (ifam) des Universitätsklinikums Düsseldorf zum 14. Tag der Allgemeinmedizin ein. Die Fortbildung für Hausärztinnen und Hausärzte, Medizinische Fachangestellte (MFA) und Praxisteams findet am Samstag, 24. Mai 2025 statt. Den Einführungsvortrag mit dem Titel „Positive Gesundheit – Ein Modell mit Potenzial für eine gesundheitsorientierte hausärztliche Praxis“ hält die Direktorin Positive Health International Utrecht, Dr. Karolien van den Brekel. Danach stehen vormittags sowie nachmittags jeweils vier parallele Workshops zur Auswahl. Die Themen erstrecken sich am Vormittag von Stress und Selbstregulation durch Mind-Body über Sozialmedizin in der Hausarztpraxis, die Versorgung geflüchteter Menschen bis hin zu Polypharmazie. Nachmittags stehen pflegende Angehörige, die Vorstellung des Konzepts der „Positiven Gesundheit“ und deren Umsetzung in der Hausarztpraxis, eine Einführung in die Informationssuche mit künstlicher Intelligenz sowie die Familienkonferenz als hilfreiches Werkzeug in der Praxis auf dem Programm. Ausdrücklich sind zu dem Tag der Allgemeinmedizin Düsseldorf auch Studierende und Auszubildende eingeladen, für die die Anmeldegebühr 10 Euro beträgt. MFA zahlen 20 Euro und Ärztinnen und Ärzte 50 Euro. Für ein gesamtes Praxisteam beträgt der Kostenbeitrag 80 Euro. Damit kann das ifam die Fortbildung ohne Einfluss und Unterstützung der Industrie anbieten. Der Tag der Allgemeinmedizin findet statt am Samstag, 24. Mai 2025 zwischen 9 und 15 Uhr in den Konferenzräumen der O.A.S.E. Gebäude 16.61, Universitätsstr. 1, 40225 Düsseldorf. Informationen und Anmeldung über www.uniklinik-duesseldorf.de/ allgemeinmedizin. bre Gendermedizin Geschlechtssensibilität in Studium und Forschung verankern Die Aufnahme von genderspezifischen Themen in die Curricula der Humanmedizin forderte kürzlich die Ärztekammer Berlin, damit in der medizinischen Forschung und Therapie Frauen nicht benachteiligt werden. An der Uniklinik der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen kümmert sich bereits seit 2010 eine Arbeitsgruppe (AG) um die Implementierung von Aspekten der Gendermedizin ins Studium und in die Forschung. Zum Beispiel untersuchen zwei Wissenschaftlerinnen die biologischen Unterschiede der Geschlechter. Diese würden in der Forschung bisher wenig beachtet, was Medizinwissenschaftlerin Dr. rer. nat. Sandra Kraemer und die Biotechnologin Dr. rer. medic. Elisabeth Zechendorf ändern möchten. Unterschiede gebe es zum Beispiel bei Krankheitssymptomen, die bis auf die Zellebene reichten. Die Forscherinnen beschäftigen sich in der Klinik für operative Intensivmedizin unter anderem mit geschlechtersensibler Medizin. Das Ziel der Gendermedizin sei es, die Grundlagen für eine Medizin zu schaffen, die den biologischen und soziokulturellen Unterschieden zwischen Frauen und Männern gerecht werde, wie die RWTH mitteilte. Als einen Erfolg verzeichnet die Aachener AG Gendermedizin die Etablierung von geschlechtersensibler Sprache in der Lehre. In den Studiengang Medizin wurde der Profilbereich „Gender and Diversity in der Medizin – Mehr als nur Frau und Mann“ integriert, was auf reges Interesse gestoßen sei, so Zechendorf. Neben den geschlechtersensiblen Aspekten würden weitere Gesichtspunkte wie Alter, Herkunft, religiöse Zugehörigkeit, sexuelle Identität sowie körperliche und psychische Merkmale betrachtet. Neben der individuellen Lebensweise wirkten diese Faktoren ebenfalls auf das gesundheitsrelevante Verhalten der Geschlechter und prägten die Entstehung, Wahrnehmung und den Verlauf von Krankheiten und damit die Diagnostik und Therapie in der Medizin, so die RWTH. Daher liege der Fokus der AG Gendermedizin auf der weiteren Implementierung von gender- und diversitätssensiblen Faktoren in das Curriculum des Aachener Modellstudiengangs Medizin. bre Elif Beyza Saritas Foto: privat Mail aus Düsseldorf

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