Rheinisches Ärzteblatt 04/2025

Gesundheits- und Sozialpolitik Rheinisches Ärzteblatt / Heft 4 / 2025 21 geben wird“, erklärte der KVNO-Vorstandsvorsitzende, Dr. Frank Bergmann. Beispiele dafür gab es aus dem Norden der Stadt Essen, wo Krankenhäuser schließen mussten, und aus dem Oberbergischen Kreis, wo ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) insolvent ging. „Wenn zwei Krankenhäuser schließen, ist die Sorge doch groß und die Versorgungssicherheit, die die Menschen haben wollen, ist sofort in Frage gestellt“, sagte der Essener Stadtdirektor Peter Renzel. „Wenn ein Baustein wegbricht, dann haben wir schon Riesenprobleme“, erklärte Jochen Hagt, Landrat des Oberbergischen Kreises. Beide diskutierten auf dem Podium mit den Vorständen der KV Nordrhein, Dr. Frank Bergmann und Dr. Carsten König, die Herausforderungen der medizinischen Versorgung in Städten und im ländlichen Raum. Kapazitäten schrumpfen, und die Nachfrage steigt Eine hohe Nachfrage nach medizinischen Leistungen, die auch mit der Demografie zusammenhängt, trifft auf einen Mangel an Ärztinnen und Ärzten. Dass nicht jeder Sitz nachbesetzt werden kann – darin sind sich die Experten einig. Jeder zweite berufstätige Arzt ist heute 50 Jahre oder älter; in der hausärztlichen Versorgung haben rund 37 Prozent die 60 Jahre überschritten. Gleichzeitig steigt der Anteil an jungen nieren des Gesundheitssystems zu stärken. Präsentiert wurden innovative Konzepte wie beispielsweise die Videosprechstunde oder die praxis4future. „Wenn wir über die ambulante Versorgung sprechen, dann sprechen wir nicht nur über Zahlen, Konzepte und organisatorische Herausforderungen, sondern auch über das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Versorgung vor Ort“, sagte KVNO-Geschäftsführerin Nina Hammes zum Auftakt der Veranstaltung. In einer interaktiven Ausstellung konnten sich die Besucher über neue Formen und Konzepte informieren. Für eine bessere Steuerung der Patientenströme Die Sicherstellung ist eine der größten Herausforderungen für die KV Nordrhein. Ziel ist die sinnvolle Nutzung vorhandener Kapazitäten. Schon heute treffe eine hohe Nachfrage nach medizinischen Leistungen auf Ärztemangel, erklärten die Teilnehmer im Rahmen der Podiumsdiskussion. „Künftig müssen Patientenströme besser gesteuert werden, da es in den nächsten zehn bis 15 Jahren voraussichtlich nicht mehr Ärzte Austausch und Ideen zur ambulanten Versorgung vor Ort Miteinander ins Gespräch kommen: An den einzelnen Infoständen bot sich die Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen, Erfahrungen zu teilen und wertvolle Impulse mitzunehmen. Foto: Kowitzke | KVNO Anfang Februar veranstaltete die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) ihren ersten Sicherstellungsgipfel (SiGi2025). Rund 150 Gäste aus Kommunen, Gesundheitsämtern und Selbstverwaltung kamen im Düsseldorfer Haus der Ärzteschaft zusammen, um sich auszutauschen und Herausforderungen der ambulanten Versorgung zu besprechen. Eine interaktive Ausstellung präsentierte innovative Projekte und lud zum Netzwerken ein. von Simona Meier Das örtliche Krankenhaus schließt seine Tore, der Hausarzt geht in Rente, den medizinischen Nachwuchs zieht es in die Stadt – zeigen sich erst Lücken in der Versorgung, wird die Lage schnell brisant. Beim ersten Sicherstellungsgipfel der KV Nordrhein in Düsseldorf tauschten sich Fachleute und Experten über die möglichen Folgen aus. Im Mittelpunkt standen Ideen und Aktivitäten, um das Vertrauen in das Funktio-

RkJQdWJsaXNoZXIy MjMxMzg=