Rheinisches Ärzteblatt 04/2025

Gesundheits- und Sozialpolitik 22 Rheinisches Ärzteblatt / Heft 4 / 2025 Wie ist die Arztdichte vor Ort? Mit einer interaktiven Karte konnten sich Kommunen über die ambulante Versorgung in ihrer Region informieren. Foto: Kowitzke | KVNO „Wenn zwei Krankenhäuser schließen, ist die Sorge doch groß und die Versorgungssicherheit, die die Menschen haben wollen, ist sofort in Frage gestellt“, sagte der Essener Stadtdirektor Peter Renzel (ganz links) Foto: Kowitzke | KVNO Für den großen Informationsbedarf aufseiten der Kommunen lieferte die Sicherstellungskonferenz zahlreiche Angebote. Neben Impulsvorträgen zu den Themen „Akutes Sicherstellungsmanagement“, „Professionalisierung im Notdienst“, „Strategische Versorgungsstrukturen“ und „Einsatz der Digitalisierung durch die Telemedizin in der Versorgung“ stand auch die „Videosprechstunde im Kinderärztlichen Notdienst“ auf dem Programm. „Alle, die in der KV Nordrhein mit Sicherstellung befasst sind, hatten die Möglichkeit, ihre Bereiche darzustellen, das zu zeigen, was den Kommunen Mehrwert bietet und damit die Fragen zu adressieren. Für alle Themen waren Spezialisten vor Ort, um miteinander ins Gespräch zu kommen, aber auch Kritik anzunehmen“, erklärte Projektleiterin Hildegard Arntz aus dem Bereich Gesundheitspolitik und Strategische Sicherstellung das Konzept der neuen Konferenz. Patientensteuerung im Notdienst Neben dem Blick in die praxis4future wurden neue digitale Konzepte vorgestellt. Ein Beispiel für eine erfolgreiche Patientensteuerung im Notdienst stellt die Patientenhotline 116 117 dar: 2023 wurden hier über 1,3 Millionen Anrufe mit einer Erreichbarkeitsquote von 93 Prozent registriert. Um der Komplexität und dem Wandel des ambulanten Sektors gerecht zu werden, soll der Sicherstellungsgipfel keine einmalige Veranstaltung bleiben. „Wir sehen, dass unsere Wahrnehmung richtig ist, der Bedarf da ist und wir mit SiGi2025 ein Format ins Leben gerufen haben, das begeistert“, stellte Jonas Bördner, KVNO-Bereichsleiter für Gesundheitspolitik und Strategische Sicherstellung, fest. Simona Meier ist Redakteurin im Auftrag der KV Nordrhein. Ärztinnen und Ärzten nicht im selben Maß, um diese Entwicklung aufzufangen. Dass der Anteil der angestellten Ärztinnen und Ärzte in der ambulanten Versorgung seit 2018 um 51 Prozent angewachsen ist, ändert an dieser Situation nichts. Denn: Anders als Selbstständige in eigener Praxis haben Ärzte in Anstellung klar definierte Arbeitszeiten und müssen sich auch nicht um administrative Aufgaben kümmern. In Summe schrumpfen somit die Kapazitäten, während die Nachfrage nach medizinischen Leistungen steigt. Im Rahmen der Sicherstellungskonferenz wurden Nachfolgeregelungen für Hausarztpraxen, die Idee von StarterPraxen und auch digitale Konzepte wie Videosprechstunden und Vernetzungen diskutiert. Impulsvorträge und Austausch an Informationsständen In Nordrhein sind Kenntnisse über die Region und über daraus resultierende unterschiedliche Bedürfnisse unverzichtbar. „Die Sicherstellung ist für uns eine der größten Herausforderungen, und sie steht für uns ganz oben auf der Agenda“, sagte Nina Hammes. Die Gäste der Sicherstellungskonferenz begrüßten den Austausch und die Möglichkeit zur Vernetzung. „Eine Vielzahl von Maßnahmen ist wichtig, vor allem aber müssen wir den jungen Kolleginnen und Kollegen vermitteln, dass die niedergelassene Tätigkeit ein extrem erfüllender Beruf ist“, sagte KVNO-Vize Dr. Carsten König.

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