Rheinisches Ärzteblatt / Heft 4 / 2025 29 : Was, glauben Sie, können die Mädchen und Frauen in Afghanistan in den kommenden Jahren erreichen? Hauser: Es gibt immer Hoffnung. Die Frauenrechtsarbeit in Afghanistan in den vergangenen 20 Jahren und auch schon davor und jetzt ist nicht umsonst. Eines hat sich für uns durch die Taliban nicht verändert: Aufgeben ist keine Option. Wir machen weiter. Genauso wenig geben die Frauen in Afghanistan oder die Frauen im Exil auf. Sie finden stattdessen immer neue Wege, Mädchen und Frauen zu unterstützen. Unsere Partnerinnen und Partner vor Ort leisten herausragende und mutige Arbeit. Wir bei medica mondiale unterstützen sie dabei. Und dabei können auch die Leserinnen und Leser sie unterstützen: Setzten sie sich mit Frauenrechten auseinander. Vergessen Sie die Frauen und Mädchen in Afghanistan nicht. Gehen Sie in die Ausstellung „Weil wir Frauen sind“ im Rautenstrauch Joest Museum oder erleben Sie sie online. Hören Sie den Geschichten der Frauen zu und tragen Sie ihre Stimmen weiter. Und Sie können auch medica mondiale unterstützen und die Arbeit der Partnerinnen und Partner vor Ort. Jede und jeder kann etwas tun. Und jeder Beitrag zählt. Das Interview führte Jocelyne Naujoks. Eine der Frauen sagt, dass Afghaninnen gelernt haben, immer wieder aufzustehen. Eine andere spricht von der Hoffnung, dass sie eines Tages nach Afghanistan zurückkehren können, ein gutes Leben führen und ihr Land wiederaufbauen können. Groß sei die Hoffnung nicht, an die sie sich klammere. Aber ohne Hoffnung könne man nicht leben. Und was sie alle eint: sie möchten sich für Frauen und Frauenrechte einsetzen und zwar solange sie können. Egal wo, in Afghanistan oder in Deutschland. Sie empfinden es als ihre Verantwortung angesichts der Situation in Afghanistan und in anderen Ländern. Dafür sind sie stark. Gleichzeitig gibt ihnen die Arbeit für die Afghaninnen Kraft. Eine Kollegin, die aus Sicherheitsgründen anonym bleiben möchte, sagt, die Solidarität, die sie den Frauen entgegenbrachte, sei der einzige Ausweg gewesen vor der Hölle, in die sie bei ihrer Arbeit hinabblickte. Bahara Ajmal erzählt in der Ausstellung, dass sie ihre Mutter zurücklassen musste. Sie könne ihrer Mutter zwar gerade nicht helfen, dafür aber anderen. Sie kämpft weiter, damit eines Tages alle Frauen die Möglichkeit haben, sich frei zu fühlen und selbst über ihre Leben zu entscheiden. Angehörige, Freundinnen und Freunde, Nachbarinnen und Nachbarn zurück. Für diese Menschen trägt die internationale Gemeinschaft Verantwortung. Und statt mehr Mittel zur Verfügung zu stellen, um Frauenrechtsarbeit finanziell und politisch zu unterstützen, blicken wir mit großer Sorge auf die Haushaltskürzungen der aktuellen Bundesregierung, die internationalen politischen Entwicklungen und die enormen Kürzungen der Entwicklungshilfe durch die neu gewählte US-amerikanische Regierung. : Die Situation der Afghaninnen erscheint hoffnungslos. Woher nehmen die Frauen die Kraft und den Mut, weiterzukämpfen? Hauser: In unserer Ausstellung „Weil wir Frauen sind“ erzählen die Aktivistinnen, dass es Zeiten gab, in denen sie nicht mehr konnten. Sie waren wie im Schock. Enttäuschung und Verzweiflung überwogen. Aber dann erinnerten sie sich an die schönen und wichtigen Erfahrungen in Afghanistan, an ihre ehemaligen Klientinnen und an alle anderen Frauen im Land. Das und der Austausch untereinander habe ihnen Kraft und Energie gegeben, um weiterzumachen, erzählen sie. Interview Detaillierte Informationen zum Programm und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie unter www.aekno.de/ veranstaltung-sachverstaendige. Die Teilnahme ist kostenfrei. Bei Interesse bitten wir um eine Anmeldung bis zum 04.04.2025 CME-Punkte: Die Veranstaltung ist mit 3 CME Punkten anerkannt. Fragen zur Veranstaltung beantwortet Ihnen das Team des Veranstaltungsmanagements, Tel. 0211 4302-2216, E-Mail: veranstaltungen@aekno.de. © tina ennen Die Ärztekammer Nordrhein informiert Sie mit der Veranstaltung über die Bedeutung und Herausforderungen ärztlicher Gutachten und möchte Sie für diese Tätigkeit gewinnen. Die Fortbildungsinhalte: • Einordnung und Grundlagen der Gerichtssachverständigentätigkeit im Zivilprozess • Das Sachverständigengutachten im Arzthaftungsprozess • Notwendige Grundlagen zur Erstellung eines tragfähigen ärztlichen Gutachtens Ärztliche Sachverständige für Gericht Online-Fortbildung Dienstag, 8. April 2025, 18:00 – 20:15 Uhr EXPERTINNEN UND EXPERTEN GESUCHT AZ_Gutachter_2025_179x125,5mm_pr.indd 1 13.12.24 11:14
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