Rheinisches Ärzteblatt 04/2025

40 Rheinisches Ärzteblatt / Heft 4 / 2025 Bücher sche Ausgabe hat die stichpunktartige Wissensvermittlung des Originalwerkes übernommen. Daraus resultiert ein knapper, telegrammähnlicher Schreibstil von hoher Präzision. Ebenfalls sollen die zahlreichen Querverweise und Fettungen im Text dem raschen Erfassen des Wesentlichen dienen. Abbildungen und Tabellen unterstützen die Angaben zum jeweiligen Thema. In insgesamt 16 Kapiteln sowie zahlreichen Unterkapiteln behandelt der kompakte Ratgeber Themen wie Schmerztherapie, Intoxikationen, Psychiatrie, Neurologie und weitere große Fachbereiche bis hin zur Urologie, Altersmedizin und ophthalmologischen Problemen immer durch die Brille eines Notfallmediziners, der mit den verschiedenen Beschwerden in der Notaufnahme einer Klinik oder in einer Notfallpraxis konfrontiert wird. Das vorangestellte Kapitel „Dies und Das“ hält zahlreiche Tipps und Hinweise bereit, die sich aus einer jahrelangen Erfahrung mit Notfällen speisen. Zum Beispiel gibt der Autor den Hinweis, dass sich bei jungen Frauen, die über Bauchschmerzen klagen und angeben, nicht schwanger zu sein, diese Angabe in bis zu elf Prozent der Fälle als nicht zutreffend herausstellt. Bei Frauen, die verhüten, sind bis zu vier Prozent dennoch schwanger. Jedes Kapitel endet mit Verweisen auf Originalreferenzen und Hinweisen auf deutsche oder englische Literatur sowie Internetadressen auf deutsche Seiten. Am Ende des Praxisratgebers im Kitteltaschenformat findet sich ein Stichwortverzeichnis zum raschen Auffinden relevanter Stellen. bre Axel Ellrodt: Medizinische Notfälle in Klinik und Praxis. 2024, 864 Seiten, 49,99 Euro, ISBN 978-3-96543-418-9, Lehmanns Media, Berlin. Notfälle kurz und knapp Das vorliegende Buch ist in Frankreich bereits zum siebten Mal aufgelegt und über 600.000 Mal verkauft worden. Dr. Thomas Kerz hat die Übersetzung aus dem Französischen übernommen und das Referenzwerk für nichttraumatische Notfälle im Erwachsenenalter an die Gegebenheiten des deutschen Gesundheitssystems angepasst. Er ist Facharzt für Anästhesiologie und arbeitet an der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Lediglich das Kapitel zur Psychiatrie hat Dr. Stefan Schenkel ins Deutsche übertragen. Er arbeitet ebenfalls an der Universitätsmedizin der Mainzer Uni und ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Die Akut- und Notfallmedizin hat in Frankreich eine längere Tradition als hierzulande die Zusatz-Weiterbildung Notfallmedizin. Die vierjährige Weiterbildung umfasst Notfallmedizin, medizinisches Notfallmanagement, außerklinische Notfälle, Reanimation und pädiatrische Notfälle. Auch Gynäkologie, Ophthalmologie, Neurologie und Psychiatrie stehen im Curriculum. Die „Urgentistes“ arbeiten in Frankreich in Notaufnahmen, im Notarztdienst oder als ärztliche Leitstellendisponenten im Rettungsdienst, wie dem Vorwort zu entnehmen ist. Die deutSchlaglicht auf die Pflege Der Pflege-Report wird von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) erstellt. Mit Dr. Antje Schwinger, Jürgen Klauber und Susann Behrendt kooperieren dabei Professor Dr. Adelheid Kuhlmey von der Berliner Charité, Professor Dr. Stefan Greß von der Hochschule Fulda und Professor Dr. Klaus Jacobs, ehemaliger Geschäftsführer des WIdO. Ein Kernelement des Reports ist die Aufbereitung empirischer Daten zur Pflegebedürftigkeit in Deutschland und zur Inanspruchnahme verschiedener Pflegeformen. Dabei legen die Herausgeber einen Schwerpunkt auf die ambulante Pflege und die Versorgung in Pflegeheimen. Basis sind standardisierte Datensätze der AOK bis zum Jahr 2022. Sie zeigen unter anderem Prävalenz, Verläufe und Versorgungsformen der Pflege sowie Kennzahlen der gesundheitlichen Versorgung der rund 4,9 Millionen pflegebedürftigen Menschen in Deutschland. Im Zentrum stehen dabei die Inanspruchnahme von ärztlichen und stationären Leistungen, die Polymedikation sowie die Verordnung von Psychopharmaka und Wirkstoffen, die auf der PRISCUS-Liste stehen und bei älteren Menschen nicht zum Einsatz kommen sollten. Neben der datengestützten Bestandsaufnahme legen die Herausgeber im Pflege-Report 2024 den thematischen Schwerpunkt auf die zukünftigen Herausforderungen, vor denen die pflegerische Versorgung in Deutschland steht. Denn bereits jetzt werfen die zukünftigen Probleme ihre Schatten voraus. Ein finanzielles Defizit in Milliardenhöhe, anhaltende Personalengpässe und Beitragssatzerhöhungen prägen das derzeitige Bild der sozia- len Pflegeversicherung. Da die Babyboomer-Generation allmählich in ein Alter kommt, in dem die Pflegebedürftigkeit zunimmt, werden in naher Zukunft immer mehr Menschen auf Pflege angewiesen sein. Die Zeitspanne, die das System hat, um sich darauf einzustellen, wird immer kürzer, sodass sich die Frage nach der Versorgungssicherheit immer dringender stellt. Der Pflege-Report widmet sich der Problematik in 18 Artikeln und versucht, Lösungsansätze herauszuarbeiten. Einzelne Kapitel beschäftigen sich beispielsweise mit dem Konzept der „Caring Communities“, mit neuen Wohnformen in der Langzeitpflege, mit speziellen Präventionsmaßnahmen, um die Pflegebedürftigkeit zu verringern und die Selbstständigkeit im Alter zu erhalten, oder mit dem bürgerlichen Engagement in der pflegebezogenen Selbsthilfe. Daneben werden die Potenziale der Digitalisierung und die Bedeutung der Zuwanderung und der gezielten Anwerbung von ausländischen Pflegekräften diskutiert. bre Schwinger, A., Kuhlmey, A., Greß, S., Klauber, J., Jacobs, K., Behrendt, S. (Hrsg): Pflege-Report 2024. Ankunft der Babyboomer: Herausforderungen für die Pflege. 2024, 326 Seiten, 42,79 Euro, ISBN 978-3-662-70188-1, Springer, Berlin.

RkJQdWJsaXNoZXIy MjMxMzg=