Rheinisches Ärzteblatt / Heft 4 / 2025 41 An Rhein und Ruhr Kamp-Lintfort Gartenvielfalt am alten Kloster Im niederrheinischen Kamp-Lintfort befindet sich das geistliche und kulturelle Zentrum Kloster Kamp, das 1123 als Zisterzienserkloster gegründet wurde. Seine Blütezeit erlebte das Kloster zwischen 1733 und 1749 unter Abt Franziskus Daniels, der den Terrassengarten des Klosters im Barockstil ausbauen ließ. Im Jahr 1802 wurde das Kloster im Zuge der Säkularisation unter französischer Besatzung aufgelöst. Im Jahr 1954 kehrte ein Konvent der Karmeliten in die Anlage zurück, die dort bis 2002 lebten. Seit 2003 ist das ehemalige Kloster ein „Geistliches und KulWuppertal Klein aber fein Auf den Höhen der Hardt am Elisenturm und der 1875 erbauten und frisch sanierten Villa Eller mit anliegender Orangerie liegt der Die Gartenanlage von Kloster Kamp wurde als herausragendes Beispiel in die Straße der Gartenkunst zwischen Rhein und Maas aufgenommen. Foto: Holger Bernert/Zentrum Kloster Kamp Bonn Die größte Blume der Welt Der Botanische Garten der Universität Bonn galt bereits Ende des 19. Jahrhunderts als einer der bedeutendsten Botanischen Gärten in Preußen. Heute richtet man Projekte und Forschung am Leitgedanken „Pflanzenvielfalt sammeln – verstehen – erleben – erhalten!“ aus. Bekannt ist vor allem der Schlossgarten. Dort finden sich unter anderem ein rund 150 Jahre alter Persischer Eisenholzbaum und eine um 1900 gepflanzte Schwarzkiefer mit einer Höhe von 24 Metern. Im sogenannten Dinosaurierwald wachsen Mammutbäume, Araukarien, Farne und viele andere Pflanzen aus der Epoche von vor 245 bis 65 Millionen Jahren. Dort lässt sich sogar ein „lebendes Von der Terrasse der Orangerie aus können Besucher bei einem Kaffee den weiten Blick auf den Botanischen Garten genießen. Foto: Stadt Wuppertal turelles Zentrum“. Die Anlage zählt insgesamt vier Gärten, die zum Teil auf Basis historischer Kupferstiche rekonstruiert wurden. In der Tradition alter Klostergärten gedeiht im Kräutergarten eine Mischung aus Würz- und Heilkräutern. Am Osthang des Abteiberges befindet sich der „Alte Garten“, der mit einer bunten Auswahl an Frühlings-, Sommer- und Herbstblühern sowie immergrünen Hecken beeindruckt. Höhepunkt bildet der Barockgarten, der Ende des 20. Jahrhunderts neu gestaltet wurde, und sowohl historische als auch moderne Elemente vereint. Weitere Informationen zu Kloster Kamp, Abteiplatz 13, 47475 Kamp-Lintfort, und den dazugehörigen Gärten unter: www.kloster-kamp.eu MST Botanische Garten in Wuppertal. Das 1890 als botanischer Schulgarten auf der Hardthöhe angelegte Gelände erfreute sich schnell großer Beliebtheit und wurde so knapp 20 Jahre später auf das Gartengelände der Villa Eller verlegt, die einst Textilfabrikant Johann Engelbert Eller gehörte und später um eine Orangerie erweitert wurde. Eller ließ auch die ehemalige Windmühle zum heutigen Elisenturm mit aufwändig gestaltetem Kuppelsaal umbauen und mit einem Park umgeben. Heute beherbergt der Botanische Garten rund 4.000 Pflanzenarten und ist mit seiner Lage mitten in der Parkanlage Hardt ideal für einen nachmittäglichen Spaziergang. Am Wochenende und an Feiertagen ist bei schönem Wetter auch der Elisenturm geöffnet, der einen weiten Blick über den Garten und ganz Wuppertal bietet. Der Botanische Garten ist zwischen April und September von 7.30 bis 19 Uhr geöffnet, am Wochenende und an Feiertagen ab neun Uhr. Mehr Informationen unter https://www. wuppertal.de/tourismus-freizeit/botanischer_ garten/botanischer-garten.php jf Fossil“ entdecken: Erst 1994 fanden Wissenschaftler in Australien einige Exemplare der Wollemi-Kiefer (Wollemia nobilis). Zuvor kannte man sie nur als Fossilfund. Als Highlight des Botanischen Gartens gelten die sieben Gewächshäuser. Besucherliebling ist das Victoriahaus mit der Riesenseerose (Victoria cruziana) als Namensgeberin und der Titanenwurz (Amorphophallus titanum), der größten Blume im Pflanzenreich. Sie stammt aus dem Regenwald der indonesischen Insel Sumatra. In den Bonner Botanischen Gärten sind rund 20 Arten in Kultur – auch solche, die ganz klein sind. Botanischer Garten am Poppelsdorfer Schloss, Meckenheimer Allee 169, 53115 Bonn. Der Garten ist von montags bis freitags zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Informationen auf https://www.botgart.uni-bonn.de/de. vt Die Titanenwurz stammt aus dem Regenwald der indonesischen Insel Sumatra. Foto: C. Löhne / Universität Bonn
RkJQdWJsaXNoZXIy MjMxMzg=