Thema Rheinisches Ärzteblatt / Heft 4 / 2026 15 Die Ärztliche Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung in Nordrhein habe sich als „Karrierebegleiterin“ neu aufgestellt, sagte der Vorsitzende des Fortbildungsausschusses der Ärztekammer Nordrhein, Professor Dr. Gisbert Knichwitz, vor der Kammerversammlung. In diesem Jahr rechne man mit der Durchführung von mehr als 315 Kursen und 7.600 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. 2025 veranstaltete die Akademie 246 Kurse mit rund 6.500 Teilnehmern. 52 Prozent der Kurse werden Knichwitz zufolge 2026 in Präsenz stattfinden, 39 Prozent Live-Online und elf Prozent als eLearning-Kurse. Auch beim jährlich stattfindenden Fortbildungskongress ä im ehemaligen Bundestag in Bonn steigen die Teilnehmerzahlen im Jahresvergleich. Waren es zum Start im Jahr 2023 noch 720 Teilnehmer, lag deren Zahl im vergangenen Jahr bei 1.201. Der ä26 findet vom 7. bis 10. Oktober in Bonn statt. Karrierebegleitende Fortbildung Blitzumfrage des Deutschen Krankenhausinstituts unter 165 Kliniken hätten 98 Prozent geantwortet, sie seien mit Notstromaggregaten mit einer Laufzeit von 24 bis 72 Stunden ausgestattet. Allerdings verfügten nur 14 Prozent über Trinkwasserreserven beziehungsweise Trinkwasseraufbereitungssysteme. Auf die Frage, ob sie über erweiterte Lagerkapazitäten für Arzneimittel und Medizinprodukte verfügten, antworteten 19 Prozent der Krankenhäuser mit „Ja“ und 39 Prozent mit „teilweise“. Kolibays Fazit: Die Krankenhäuser müssen sich auf die neuen Herausforderungen einstellen und sich trägerübergreifend vernetzen, um Ressourcen zu bündeln. Ambulante Versorgung mitdenken Im Krisen- und Verteidigungsfall gelte es, sowohl die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung aufrechtzuerhalten als auch die Versorgung von verletzten Soldaten von Bundeswehr und Nato-Partnern zu gewährleisten und damit gesellschaftliche Stabilität zu sichern, hieß es in mehreren Beschlüssen der Kammerversammlung zum Thema Resilienz. Um diese Aufgaben zu meistern, müssten klare Zuständigkeiten, ausreichende Behandlungskapazitäten, genügend Personal sowie ausreichende Vorräte von Arzneimitteln und Medizinprodukten geschaffen werden. Zudem müsse die Sicherheit der IT-Systeme im Gesundheitswesen im Mittelpunkt einer Resilienzstrategie stehen. Das Ärzteparlament betonte außerdem, dass die ambulante Versorgung in der nationalen Krisen- und Verteidigungsplanung berücksichtigt und an der Entwicklung eines Konzeptrahmens beteiligt werden müsse. Im Krisen- und Verteidigungsfall verursachten die kleinteiligen Praxisstrukturen Probleme. So sei zum Beispiel eine Vollausstattung aller Praxen mit Notstromversorgung, Lagerhaltung und Redundanzstrukturen weder realistisch noch wirtschaftlich. Stattdessen müsse man für Krisenzeiten klar unterschiedliche Versorgungsrollen definieren. Referierten zur Krisenresilienz im Gesundheitswesen (v. l.): Oberstarzt Dr. Martin Henes, Staatssekretär im NRW-Gesundheitsministerium Matthias Heidmeier, der Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Dr. Sven Dreyer, und Dr. Felix Kolibay, Notfallkoordinator der Uniklinik Köln Foto: Jochen Rolfes Die Diskussion zur Resilienz im Gesundheitswesen unter den 121 Abgeordneten des Ärzteparlaments verlief über die Fraktionsgrenzen hinweg einmütig. „Wir als Ärztekammer wollen mit unseren Beschlüssen ein klares Signal setzen“, sagte Dr. Annette Bauer, Essen. Man müsse diejenigen unterstützen, die in den medizinischen Einrichtungen in ihren eigenen Gremien daran arbeiteten, die Gesundheitsversorgung auch in der Krise funktionstüchtig zu erhalten. Dr. Lydia Berendes, Krefeld, sprach sich für ein sektorenübergreifendes Register ärztlicher Fachkräfte aus. Im Ernstfall sei es wichtig zu wissen, wer über welche Kompetenzen verfüge und wer wann und in welchem Rahmen einsatzbereit sei. „Ich möchte in der Krise wissen, wo ich stehe, wo ich hingehen muss, damit ich mir und anderen helfen kann“, sagte Berendes. Die weit überwiegende Mehrheit der Kammerversammlung schloss sich dem an und stimmte für den Aufbau eines solchen Registers unter Regie der ärztlichen Selbstverwaltung. www.aekno.de/entschlie ßungen-maerz-2026
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