24 Rheinisches Ärzteblatt / Heft 4 / 2026 Praxis Beim Thema ambulante Eingriffe setzt die Vogtei-Praxisklinik in Geilenkirchen zukunftsweisende Maßstäbe. Das OPZentrum ist ein gutes Beispiel dafür, wie leistungsstark das ambulante System ist – und welches Potenzial noch in ihm steckt. von Jana Meyer Die Zahl an Patientinnen und Patienten ist beeindruckend. 84.000 Personen hat das Team der VogteiPraxisklinik seit Eröffnung 1994 behandelt – die Fallzahl liegt drei- bis viermal höher. „Wir operieren alles, was Menschen nicht haben möchten: von Rhizarthrose über Hernien bis hin zur Analfistel; dazu kommen Akutfälle“, sagt Dr. Manfred Weisweiler. Das Team versorgt im ländlichen Raum niedrigschwellig, wohnortnah, persönlich. „Wir sind eine chirurgische Hausarztpraxis“, beschreibt es der Chirurg. 400 Quadratmeter, zwei OPs und ein 14-köpfiges Team, das absolut eingespielt ist. Michael Schneiders und Manfred Weisweiler arbeiten seit Jahrzehnten zusammen. Praxismitgründer Dr. Michael Simons ist kürzlich in Rente gegangen. Nachfolger ist sein Sohn Julien. Gemeinsam mit Weisweiler kümmert er sich um die chirurgischen und unfallchirurgischen Fälle, Schneiders Schwerpunkt: plastisch-ästhetische Chirurgie. Die Praxis ist auf ambulante Eingriffe spezialisiert, barrierefrei und mit modernster Technik ausgestattet. Bis zu 19 chirurgische Verfahren führt das Team pro Tag durch. Im Jahr sind es rund 2.500 Operationen unter Vollnarkose oder in Lokalanästhesie. Das Spektrum an Beschwerden ist breit. „Wer bei uns operieren will, muss Allrounder sein“, sagt Weisweiler. Eingespieltes Team Manfred Weisweiler steht vor der roten Linie zwischen dem Türrahmen. Sie markiert den Übergang zum OP-Bereich. Sterile Zone, Zutritt nur mit OP-Kleidung. Die Abläufe sind für den erfahrenen Chirurgen absolute Routine. Der Patient im OP ist bereits in Vollnarkose, als Weisweiler den Raum betritt. Alles ist vorbereitet. Das Team ist eingespielt. Die Timings sitzen. Weisweiler muss nur noch das Skalpell ansetzen, gekonnter Schnitt an der Handfläche. „Karpaltunnelsyndrom, ein häufiger Eingriff bei uns“, erklärt der Fachmann. Zwischendurch wird gescherzt. Die Atmosphäre ist familiär. Ein weiteres Plus für gute Zusammenarbeit. Der Eingriff dauert nicht lange. Während die OP-Assistentin den Patienten in den Aufwachraum schiebt, lässt bereits die Narkose nach. Kurz darauf kann der Mann nach Hause gehen. Gut zwei Stunden war er im OPZentrum. In einer Klinik hätte der Patient deutlich mehr Zeit verbracht, betont Weisweiler. Und mit den Standards dort kann die Praxis locker mithalten. Wie effizient und leistungsstark das ambulante System ist, zeigt sich in Geilenkirchen ebenso wie das Potenzial, das noch in ihm steckt. Und wer 400 Quadratmeter, zwei OPs, ein eingespieltes Team: Die Vogtei-Praxisklinik zeigt wie leistungsstark das ambulante System ist und welches Potenzial noch in ihm steckt. Foto: KV Nordrhein auf der Suche nach guten Konzepten und Ideen für zukunftssichere Versorgung ist, wird in der Vogtei-Praxisklinik fündig. Raum für „Belegärzte“ Ein Ansatz ist besonders interessant, weil er durch Kooperation Niedergelassener dafür sorgt, dass sich das System selbst stärkt: ein ambulantes Äquivalent zum Belegarztsystem in Kliniken. Aktuell nutzen Augenärztinnen und Augenärzte ohne eigenen OP einmal in der Woche Slots in den Räumlichkeiten in Geilenkirchen. „Wir haben die Kapazitäten, um dieses Angebot auszuweiten“, so Weisweiler. Er glaubt, dass durch dieses Konzept mehr Kolleginnen und Kollegen ambulante Eingriffe durchführen würden, für die sich ein eigener OP in der Praxis nicht lohne. Zukunftsmodell Hybrid-DRG: Blaupause für moderne Versorgung
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