40 Rheinisches Ärzteblatt / Heft 4 / 2026 Kulturspiegel fassen. Allerdings hält das Hochgefühl nicht lange an und auch die erste enttäuschte Liebe fühlt sich in einem Teenagerherzen intensiver an, als alles, was danach kommt. Sein Freund Jonny hat einen anderen Plan, um sich schnell erwachsen zu fühlen. Es beginnt ein nächtliches Abenteuer in einem „geliehenen“ Auto von Solingen nach Düsseldorf. Dort landen sie in einer Diskothek, wie sie nur eine Großstadt zu bieten hat, und Chris lernt ein anderes Mädchen kennen, das wohl schon eher eine junge Frau ist, bevor die beiden Freunde vor der Polizei flüchten müssen. Irgendwie geht alles gut, die Jungs kommen unversehrt wieder in Solingen an und das Leben zwischen Hinterhof-Bolzplatz und Freibad geht weiter. Der Regisseur Felix Krakau beschwört eine Zeit der Adoleszenz herauf, an die sich viele im Publikum angesichts der Bilder auf der Bühne lebhaft erinnern können, nicht zuletzt dank der kleinen Anspielungen, die den Sommer 2006 nochmals zum Leben erwecken. I nformationen unter www.dhaus.de oder Tel.: 0211 369 911. sich nicht traut anzusprechen. Seine Tage verbringt Chris mit seinen besten Freunden Jonny und Salvo, gespielt von Michael Fünfschilling und Ludowika Held, die mit weiter Hose, Hoody und verkehrtherum sitzender Schildmütze viel cooler erscheinen als Chris, der im Trikot aus Vollplastik immer leicht verschwitzt erscheint. Trotz Hemmungen, Verunsicherung und zu vieler Pickel wird er von Debbie bei einer Party angesprochen. Die Schmetterlinge in Chris‘ Bauch wissen gar nicht mehr, wohin sie flattern sollen. Fiebrig starrt er auf sein Nokia und wartet sehnsüchtig auf eine SMS von Debbie. Bei der Antwort muss Jonny helfen, der in Sachen Mädchen schon viel weiter ist, oder es zumindest vorgibt zu sein. Aber um eine coole SMS zu verfassen, tippt Jonny in die Tasten, dass es nur so piept: „Warum hast du den Tastenton an? Das ist total uncool“, beklagt er sich bei Chris. Debbie schlägt ein Date in einem Kino vor, das die beiden Teenager bei 30 Grad Außentemperatur für sich alleine haben. Chris‘ Gefühle fahren danach noch mehr Achterbahn, und er kann sein Glück kaum Der Erstlingsroman des ExNationalfußballers Christoph Kramer „Das Leben fing im Sommer an“ ist als kurzweilige Inszenierung im Düsseldorfer Schauspielhaus zu sehen. von Jürgen Brenn Christoph Kramer ist nicht allein im Rheinland ein Name, den viele mit Fußball in Verbindung bringen. Der 1991 in Solingen geborene Fußballprofil spielte in verschiedenen Bundesliga-Vereinen wie etwa Borussia Mönchengladbach oder Bayer 04 Leverkusen. 2014 bis 2016 war er im Kader der deutschen Nationalmannschaft, mit der er 2014 in Brasilien Weltmeister wurde. Seit 2025 ist Kramer auch als Autor des Romans „Das Leben fing im Sommer an“ bekannt, der umgehend auf der Spiegelbestsellerliste landete. Literaturkritiker haben das Erstlingswerk wohlwollend zur Kenntnis genommen, ohne in Euphorie zu verfallen. Der bekannte Name des Autors und die autobiografisch geprägte Geschichte haben Felix Krakau dazu ermuntert, den Roman für die Theaterbühne zu adaptieren. Zu sehen ist das unterhaltsame Ergebnis derzeit im Kleinen Haus des Düsseldorfer Schauspielhauses. Die Geschichte des Coming-of-Age- Romans spielt im Jahr 2006. Damals hießen die Handy-Marken zum Beispiel Motorola, Sony Ericsson oder Nokia. Die Leute, die über ein Mobiltelefon verfügten, schrieben sich SMS und keine WhatsApp. Emojis wurden durch Satzzeichenfolgen gezeichnet. In Solingen ist der Sommer so heiß wie im ganzen Land. Kurz vor den Sommerferien fiebert ganz Deutschland dem Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land entgegen. Der 15-jährige Chris ist voller Euphorie und kann es kaum erwarten, dass das Leben endlich beginnt. Moritz Klaus spielt die Hauptfigur einfühlsam und so unsicher, wie ein Teenager voller Träume und Selbstzweifel eben ist. Chris träumt von einer Karriere als Profi-Fußballer, die er im BV Gräfrath gestartet hat. Er hat nicht nur Träume, was seinen zukünftigen Beruf angeht, sondern auch in Sachen Liebe. Debbie, das schönste Mädchen der Schule, die von Jule Schuck gespielt wird, ist seine heimliche Liebe, die er Das Sommermärchen von Solingen Kurzfilmtage Oberhausen gehen in die 72. Auflage Die 72. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen finden vom Dienstag, 28. April bis Sonntag, 3. Mai 2026 statt. Die Wettbewerbsfilme werden im Festival-Kino „Lichtburg Filmpalast“, Elsässer Str. 32, Oberhausen, aber auch an weiteren Orten vorgeführt. Informationen gibt es unter www.kurzfilmtage.de und im Festivalbüro, E-Mail: guestoffice@kurzfilmtage.de, Tel. 0208 825 3061. Ein Festival-Ausweis für alle Vorführungen kann ebenfalls erworben werden. Einzelkarten gibt es an der Kino-Kasse der Lichtburg. rh 28. April – 3. Mai Internationale Kurzfilmtage 2026 Oberhausen kurzfilmtage.de Jule Schuck, Moritz Klaus in „Das Leben fing im Sommer an“ von Christoph Kramer. Foto: Thomas Rabsch
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