Rheinisches Ärzteblatt 04/2026

Magazin Rheinisches Ärzteblatt / Heft 4 / 2026 9 Renate Massmann Mehr als 40 Jahre Lebenshilfe Über 40 Jahre lang hat sich Renate Massmann in der lokalen und überregionalen Lebenshilfe engagiert, die sich für die gesellschaftliche Teilhabe behinderter Menschen einsetzt. Die Wuppertaler Allgemeinärztin war Mitinitiatorin der Lebenshilfe in ihrer Heimatstadt und hatte Jahrzehnte lang deren medizinische Leitung inne. Vorurteile gegenüber behinderten Menschen abzubauen und deren Integration zu fördern, seien ihr Zeit ihres Lebens ein besonderes Anliegen gewesen, wie sie selbst sagt. Für ihre „Pionierarbeit“ in der Lebenshilfe erhielt sie 1993 das Bundesverdienstkreuz. Am 4. März 2026 wurde Renate Massmann 90 Jahre alt und noch immer ist sie – jetzt vor allem künstlerisch – aktiv. vt Influenza Impfquote ist zu gering Die Influenza-Impfquoten in Deutschland bleiben deutlich hinter den Zielen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zurück. Wie aus dem Arzneimittelreport der Barmer hervorgeht, waren im Jahr 2023 nur 40,8 Prozent der Versicherten der Krankenkasse ab 60 Jahren gegen Grippe geimpft. Die WHO empfehle eine Quote von 75 Prozent. Nach Angaben der Barmer hat die Einführung der Möglichkeit, sich auch in der Apotheke gegen Influenza impfen zu lassen, keinen Effekt auf die Impfquote gezeigt. Diese sei nur zu 0,5 Prozent durch die Impfung in Apotheken und zu 99,5 Prozent in Arztpraxen erzielt worden. HK Kreisstelle Mülheim „Forum Gesundheit“: Medizin in Krisenzeiten Medizinische Fachangestellte Beliebtester Ausbildungsberuf bei Frauen Medizinische Verantwortung und Vorsorge in Krisenzeiten standen im Mittelpunkt des 16. „Forum Gesundheit“ der Kreisstelle Mülheim der Ärztekammer Nordrhein. Die Gynäkologin Dr. Vivian Simm berichtete von ihren Einsätzen für die humanitäre Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ in Afghanistan und Haiti. Dort seien qualifizierte Geburtshilfe und Basisversorgung oft nur in wenigen Einrichtungen verfügbar und zwei Drittel der vermeidbaren mütterlichen Todesfälle träten in Konflikt- und Katastrophenregionen auf. Dr. Rainer Kram, Leiter der Stabsstelle Katastrophenschutz am Universitätsklinikum Düsseldorf, warnte, dass deutsche KrankenhäuDiskussion über die medizinische Versorgung in Krisenzeiten (v.l.): die stellvertretende Kreisstellenvorsitzende Dr. Eva Niedziella-Rech, Dr. Vivian Simm, Kreisstellenvorsitzender Uwe Brock, Dr. Rainer Kram sowie Moderator und geschäftsführender Arzt der Ärztekammer Nordrhein Dr. Christian Köhne Mitte März in Mülheim Foto: Andreas Köhring Mit 16.680 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen führte die „Medizinische Fachangestellte“ im vergangenen Jahr bei den Frauen die Rangliste der beliebtesten Ausbildungsberufe an. Im Vorjahr hatte der Beruf noch auf Rang drei gelegen, wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) Anfang März mitteilte. Auf Rang zwei folgte wie bereits 2024 die „Zahnmedizinische Fachangestellte“, auf Rang drei die „Kauffrau für Büromanagement“. Bei den Männern rangierte wie in den Vorjahren der Beruf des „Kraftfahrzeugmechatronikers“ mit 23.007 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen auf Platz eins der Rangliste. Den stärksten Zuser auf Großschadenslagen und einen möglichen Verteidigungsfall noch nicht ausreichend vorbereitet sind. Er forderte belastbare Alarm- und Einsatzpläne, regelmäßige Übungen, Materialreserven sowie Konzepte für chemische, biologische, radiologische und nukleare Lagen. Die anschließende Podiumsdiskussion arbeitete die zentrale Rolle von Kliniken und Niedergelassenen in Krisen- und Verteidigungsfällen heraus. Die Kliniken könnten trotz begrenzter Kapazitäten Patientenströme steuern, wenn regionale Netzwerke Konkurrenzdenken und Sektorengrenzen überwinden. Mehr unter www.aekno.de/kreis stelle/muelheim. usa wachs bei den Männern verzeichnete dem BIBB zufolge der Beruf des „Medizinischen Fachangestellten“ mit 1.146 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen (2024: 837). Im Zeitraum von 2009 bis 2025 seien die Zahlen der Männer in diesem weiblich dominierten Beruf nahezu kontinuierlich gestiegen, erklärte das BIBB. Auf die Bedeutung des Berufs für die Patientenversorgung wies der Vizepräsident der Ärztekammer Nordrhein Dr. Arndt Berson anlässlich der BIBB-Erhebung hin. „Denn soziale Kompetenz und menschliche Interaktion möchten wir in unseren Praxen nicht durch Chatbots und KI ersetzen“, betonte der Hausarzt. HK

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