Rheinisches Ärzteblatt 05/2026

Magazin Rheinisches Ärzteblatt / Heft 5 / 2026 7 130. Deutscher Ärztetag Schwerpunktthema Suchtmedizin Der 130. Deutsche Ärztetag findet in diesem Jahr vom 12. bis 15. Mai in Hannover statt. Die 250 Abgeordneten aus den Landesärztekammern werden sich hier insbesondere mit dem Schwerpunktthema „Suchtmedizin im Wandel“ befassen. Nach dem Impulsvortrag des Beauftragten der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen Professor Dr. Hendrik Streeck wird es um die ärztliche Verantwortung im Umgang mit Abhängigkeitserkrankungen gehen – vor allem um stoffgebundene Suchterkrankungen mit ihren massiven Auswirkungen auf die Betroffenen und ihr Umfeld. In den Blick genommen werden soll aber auch das Problem der Mediensucht und der Schutz von Kindern und Jugendlichen in einer zunehmend digitalen Welt, betont der Präsident der Bundesärztekammer Dr. Klaus Reinhardt in seiner öffentlichen Einladung an die Ärztinnen und Ärzte zum 130. Deutschen Ärztetag. Auch die ärztliche Weiterbildung als eine der zentralen Aufgaben der Ärztekammern steht Ärztinnenbund schreibt Wissenschaftspreis aus Der Deutsche Ärztinnenbund (DÄB) hat den Wissenschaftspreis 2026 ausgeschrieben. Alle zwei Jahre würdigt er damit wissenschaftliche Arbeiten, die sich mit biologischen oder soziokulturellen Unterschieden zwischen den Geschlechtern in Prävention, Diagnostik oder Versorgung befassen oder aus den Bereichen Public Health, Global Health oder medizinische Lehre stammen. Der Preis richtet sich an Ärztinnen oder Zahnärztinnen und ist mit 4.000 Euro dotiert. Er soll die Sichtbarkeit weiblicher Forschung erhöhen. Bewerbungsschluss: 30. Mai 2026; Informationen: https://www.aerz tinnenbund.de/wissenschafts preis jf Kurz gemeldet Jugendliche: Sexuelle Gewalt weit verbreitet 64 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen 14 und 25 Jahren haben schon einmal Erfahrungen mit sexueller Beleidigung gemacht, haben sexuelle Bilder oder Filme erhalten oder wurden Opfer von Cybergrooming. Knapp ein Drittel der Jugendlichen wurde ungewollt körperlich berührt oder zu sexuellen Handlungen gezwungen. Dies zeigt eine Studie zur Jugendsexualität des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit. Täter sexualisierter Gewalt mit Körperkontakt seien dabei häufiger Jugendliche als Erwachsene gewesen. In knapp einem Drittel der Fälle hätten Gleichaltrige die körperliche Gewalterfahrung beobachtet oder davon gewusst. jf Suchtexperten: Alkoholkonsum reduzieren Eine höhere Besteuerung von alkoholischen Getränken sowie eine begrenzte Verfügbarkeit und ein Marketingverbot fordert die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) zusammen mit Experten aus 25 Fachorganisationen. Ziel müsse sein, den Alkoholkonsum zu reduzieren. Deutschland liege mit einem Pro-Kopf-Konsum von 10,6 Litern reinem Alkohol pro Jahr zwei Liter über dem OECD-Durchschnitt. Hoher Alkoholkonsum erhöhe das Risiko, vorzeitig zu versterben, habe psychische und psychosoziale Auswirkungen und gehe mit einem Anstieg von Gewalt, Isolation und Kriminalität einher. Die volkswirtschaftlichen Kosten des Alkoholkonsums beliefen sich auf rund 57 Milliarden Euro. jf Facharztprüfungen Anmeldeschluss und Termine Der nächste zu erreichende Prüfungszeitraum zur Anerkennung von Facharztkompetenzen, Schwerpunktbezeichnungen und ZusatzWeiterbildungen bei der Ärztekammer Nordrhein ist vom 13. bis 17. Juli 2026. Anmeldeschluss: Freitag, 22. Mai 2026 Ärztinnen und Ärzte, die zur Prüfung zugelassen sind, erhalten eine schriftliche Ladung mit dem genauen Prüfungstermin und der Uhrzeit mindestens 14 Tage vorher. www.aekno.de/Weiterbil dung/Pruefungen ÄkNo Geburtshilfen 25 Millionen Euro vom Land Mit rund 25 Millionen Euro fördert das Land NordrheinWestfalen 2026 insgesamt 65 Krankenhäuser mit kleinen Geburtshilfen, die bis zu 1.100 Geburten jährlich verzeichnen. Ziel ist es laut Gesundheitsministerium, eine flächendeckende Versorgung für Schwangere und Neugeborene sicherzustellen. Gerade in den ländlichen Regionen müssten kleine Geburtshilfe-Einrichtungen besonders gestärkt werden. Dort stünden einer niedrigen Zahl von Geburten hohe Vorhaltekosten gegenüber. Das mache den Betrieb für die Träger kostspielig. Die Fördermittel stammen nach Angaben des Gesundheitsministeriums aus der Überbrückungsfinanzierung des Bundes bis zur Umsetzung der bundesweiten Krankenhausreform. Insgesamt profitierten etwa die Hälfte der rund 120 Geburtskliniken in NRW. MST auf der Tagesordnung des Ärztetags. Hier gilt es, den Anforderungen gerecht zu werden, die die Krankenhausreform und die zunehmende Ambulantisierung mit sich bringen. Nicht zuletzt wird der Deutsche Ärztetag Stellung beziehen zu den aktuellen gesundheitspolitischen Themen. Das diesjährige Dialogforum mit jungen Ärztinnen und Ärzten am 11. Mai soll dafür genutzt werden, um über deren Erfahrungen mit der Selbstverwaltung zu diskutieren und daraus Erwartungen an die Selbstverwaltung der Zukunft abzuleiten. tg Die feierliche Eröffnung des 130. Deutschen Ärztetags wird am 12. Mai im Kuppelsaal des Hannover Congress Centrums stattfinden. Erwartet wird dort unter anderem Bundesgesundheitsministerin Nina Warken. Foto: Blickfang/stock.adobe.com

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