Rheinisches Ärzteblatt 06/2026

Rheinisches Ärzteblatt / Heft 6 / 2026 21 Praxis Das neue Modell des ärztlichen Bereitschaftsdienstes setzt auf rund 800 Kooperationsärztinnen und -ärzte. Nach dem Start zum 1. Januar 2026 in den Pilotregionen Neuss und Düsseldorf ist es jetzt seit 1. April auf ganz Nordrhein ausgeweitet. Der bisherige Zuschnitt von 54 Fahrdienstbezirken hat sich auf 20 Bereiche geändert. Die Verpflichtung zum Notdienst ist zunächst ruhend gestellt. Die Kooperationsärzte arbeiten direkt mit der KV Nordrhein zusammen, die Dienstplanung erfolgt zentral. Die Erfahrungen aus den Pilotregionen waren positiv. Die Fahrerinnen und Fahrer sind immer erreichbar für die Notdienstärzte und sie können sich einfach zu ihren Einsätzen fahren lassen. Ein wichtiger Faktor, denn die Kernleistung ist die Versorgung der Patienten, auf die sich Ärztinnen und Ärzte dadurch voll konzentrieren können. Entlastung für Praxen und Ärzte: Haftung und Planung entfallen Die Kooperationsärzte arbeiten direkt mit der KV Nordrhein zusammen und die niedergelassenen Ärzte haben mit dem Fahrdienst gar nichts mehr zu tun. Damit entfallen auch die ärztliche Haftung für die Vertretung und der Planungsaufwand für dienst. Wenn man helfen kann, ist das einfach großartig“, sagt er. Nächster Einsatz – alles digital organisiert Er steigt entspannt wieder zu Alexandra Bindels in den Wagen und schließt den Fall online ab. Auch die Abrechnung erfolgt digital im System. Der nächste Einsatz erscheint bereits auf dem Tablet. „Jetzt geht es in ein Altenheim, nur 2,5 Kilometer von hier“, sagt er. Dort angekommen, kümmert er sich um eine demente Patientin mit Verdacht auf Blasenentzündung und telefoniert zur Entscheidungsfindung später aus der Einrichtung mit der Tochter der Frau. Auch hier stellt sich die Frage, ob die Patientin ins Krankenhaus soll. „Unser System ist fantastisch, wenn man es richtig nutzt“, sagt Duc Phu Dinh während seines Dienstes. „Für die Praxen ist das, glaube ich, auch ein Vorteil. Die meisten Ärztinnen und Ärzte haben ihre Dienste ja nicht selbst gemacht, sondern haben das abgegeben. Ist ja auch verständlich, sie haben in der Praxis genug zu tun und waren mit den zusätzlichen Notdiensten, insbesondere den Nachtdiensten, oft einfach überfordert“, sagt er. Eine Erfahrung, die er auch machte, als er selbst in der Niederlassung tätig war. die Einzelnen. Die Fahrdienste im Notdienst übernehmen nun ausschließlich Ärztinnen und Ärzte wie Duc Phu Dinh oder Astrid Pilz-Höcher, die zuvor eine Kooperationsvereinbarung mit der KV Nordrhein abgeschlossen und sich bewusst für diese Tätigkeit entschieden haben. Bis zum Ende seiner Freitagsschicht hat Duc Phu Dinh in seinem Notdienst noch eine junge Patientin mit starken Bauchschmerzen versorgt. „Der Dienst verlief ruhig und ohne Probleme“, sagt er. Simona Meier ist Redakteurin im Auftrag der KV Nordrhein. Kooperationsärztinnen und -ärzte übernehmen die Einsätze – darunter der Allgemeinmediziner Duc Phu Dinh. Foto: KV Nordrhein/Anne Orthen Ärztliche Körperschaften im Internet Ärztekammer Nordrhein www.aekno.de Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein www.kvno.de Ärzteversorgung Nordrhein www.naev.de

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