Rheinisches Ärzteblatt 08/2026

6 Rheinisches Ärzteblatt / Heft 8 / 2026 Magazin Umfrage Landleben gesünder als in der Stadt Menschen auf dem Land bewerten ihr Wohnumfeld häufiger als gesundheitsförderlicher als Stadtbewohner. Das zeigt eine Umfrage im Auftrag der Barmer. Demnach schätzten 47 Prozent der Befragten aus ländlichen Regionen ihr Umfeld als sehr gesund ein, in städtischen Gebieten waren es dagegen nur 27 Prozent. Auch beim Einkommen zeigten sich Unterschiede: Befragte mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von mindestens 5.000 Euro bewerteten ihr Wohnumfeld häufiger als sehr gesund als Personen mit weniger als 3.000 Euro Einkommen. MST Weltdrogentag Kokainkonsum steigt Der Konsum von Kokain unter jungen Erwachsenen hat in Deutschland deutlich zugenommen. Das geht aus der Drogenaffinitätsstudie 2025 hervor, die Ende Juni vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit veröffentlicht wurde. Demnach stieg der Anteil der 18- bis 25-Jährigen, die in den vergangenen zwölf Monaten Kokain konsumiert hatten, innerhalb von zehn Jahren von 1,2 auf 4,1 Prozent. Bei jungen Männern erhöhte sich der Anteil deutlich von 1,8 auf 5,7 Prozent. Bei jungen Frauen stieg er im gleichen Zeitraum von 0,5 auf 2,4 Prozent. Insgesamt gaben 18,7 Prozent der jungen Erwachsenen an, bereits Erfahrungen mit mindestens einer illegalen Droge gemacht zu haben. Bei Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren lag dieser Anteil bei 2,5 Prozent. MST Hitzeschutz Hitzewelle belastet Gesundheitswesen Die Hitzewelle Ende Juni führte in Teilen des nordrhein-westfälischen Gesundheitswesens zu erheblichen Belastungen. Nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums kam es insbesondere im Rettungsdienst und in den Krankenhäusern zu hitzebedingten Überlastungssituationen. Das Robert Koch-Institut schätzte die Zahl der hitzebedingten Todesfälle bis Ende Juni bundesweit auf etwa 5.100, davon 1.230 in NRW. Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann lud Anfang Juli die Akteure des Gesundheitswesens, darunter die beiden Ärztekammern des Landes, zum Austausch über die Herausforderungen künftiger Hitzeperioden. Die Beteiligten forderten unter anderem, dass die Bevölkerung und die Einrichtungen besser für die Risiken durch extreme Hitze sensibilisiert werden müssten. Zudem müsse eine flächendeckende Warnsystematik eingeführt sowie Hitzewellen stärker in der Krankenhausalarmplanung berücksichtigt werden. Außerdem solle der Ausbau sogenannter kühler Orte in den Kommunen vorangetrieben werden. Im Rahmen des Hitzeschutzes stellte das Land in diesem Jahr nach eigenen Angaben rund 250.000 Euro für Hilfen für wohnungslose Menschen bereit. Das Ministerium wies zudem darauf hin, dass im Rahmen der Krankenhausplanung im Zeitraum von 2024 bis 2027 rund 800 Millionen Euro für Klimaanpassungsmaßnahmen vorgesehen sind. MST Laudation und Fortbildung Vom Vater der Ärzteversorgung und Norderney In der zweiten August-Ausgabe des Rheinischen Ärzteblatts (RÄ) 1976 wurde dem Leitenden Geschäftsführer der Nordrheinischen Ärzteversorgung Dr. Werner Möller zum 65. Geburtstag gratuliert. „Die Verdienste, die sich der Jubilar in der langen Zeit seines berufsständischen Wirkens erworben hat, sind gar nicht hoch genug einzuschätzen“. Der Essener Hautarzt war Gründer der Nordrheinischen Ärzteversorgung, die er seit 1959 leitete und die als „Organisation mit Vorbildcharakter“ galt. „Ärztliche Versorgungswerke in anderen Bundesländern wurden nach dem Düsseldorfer Modell aufgebaut“, schrieb das RÄ. Es sei Möller erstmals in der Bundesrepublik Deutschland gelungen, das System der „dynamischen einkommensbezogenen Rente mit dem Verfahren der vollen Kapitaldeckung zu verbinden“. Mit einer Sonderausgabe des RÄ im August 1976 wurden die nordrheinischen Ärztinnen und Ärzte auf die Fortbildungswoche der Ärztekammer Nordrhein auf Norderney aufmerksam gemacht. Einige Vorträge aus dem Jahr zuvor wurden komplett abgedruckt. Der Veranstaltungsplan sei „eine gesunde Mischung“ aus Vorträgen, Kursen und Seminaren, der Raum lasse, „die klimatischen und sonstigen Möglichkeiten der Insel zu nutzen“, beschrieb der damalige Fortbildungsbeauftragte Professor Dr. Ulrich Kanzow das Konzept. Damit war die Fortbildungswoche eine Synthese aus fachlicher Fortbildung und „körperlicher Erholung und Entspannung“. Das Sonderheft sollte „eine gute Übersicht“ über das Angebot auf Norderney vermitteln und den einen oder anderen anregen, „sich einmal persönlich von der Qualität der Vorträge“ zu überzeugen, schrieb Kanzow. bre Zu 1.230 hitzebedingten Todesfällen kam es bis Ende Juni allein in NRW, schätzt das Robert Koch-Institut. Foto: FotografiaBasica/istockphoto.com

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