Rheinisches Ärzteblatt 09/2025

Rheinisches Ärzteblatt / Heft 9 / 2025 15 Spezial Gewappnet für den Seuchenfall Die Sonderisolierstation am Universitätsklinikum Düsseldorf ist einzigartig in Nordrhein-Westfalen und eine von nur sieben vergleichbaren Einrichtungen bundesweit: Sie ist auf die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit hochinfektiösen und lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Lassa-Fieber oder Ebola spezialisiert – unter strengsten Sicherheitsbedingungen. Ein Besuch von Marc Strohm Die Sonderisolierstation (SIS) wirkt wie eine vergessene Abteilung: Sie verbirgt sich im Erdgeschoss des Leber- und Infektionszentrums auf dem weitläufigen Campus des Universitätsklinikums Düsseldorf, abgeschottet vom übrigen Klinikbetrieb in einem unscheinbar wirkenden Gebäude mit hellgrauen Fassadenplatten. Eine gläserne Schiebetür führt in einen schmalen Linoleumkorridor, von dem rechts und links die Räume der Sonderisolierstation abgehen. Auch an diesem sonnigen Julimorgen ist die besondere Technik der Station – wie an den meisten Tagen im Jahr – nicht in Betrieb: Die Türen zum Labor und zur Dekontaminationsdusche sind abgeschlossen, die Lichter gelöscht, niemand eilt über den langen Flur. Sicherheit hat Priorität Es sind Szenen wie aus einem Katastrophenfilm: Ein Patient wird unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen auf der Sonderisolierstation behandelt. Zum Schutz tragen die Einsatzkräfte spezielle Gebläsefilteranzüge: Innerhalb der Einrichtung nutzen Ärztinnen, Ärzte und Pflegepersonal eine gelbe Variante, während die Feuerwehr auf eine orangefarbene, besonders reißfeste Ausführung setzt, die auch außerhalb des Klinikgebäudes eingesetzt werden kann. Mindestens einmal im Jahr findet eine große, interdisziplinäre Übung statt. Dabei werden unterschiedliche Szenarien trainiert – etwa die Verlegung eines hochinfektiösen Patienten vom Düsseldorfer Flughafen auf die Sonderisolierstation. Zusätzlich gibt es rund zwanzig kleinere Übungen pro Jahr. Geprobt wird dabei unter anderem das korrekte Anlegen der Schutzanzüge. Fotos: Universitätsklinikum Düsseldorf

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