Rheinisches Ärzteblatt / Heft 9 / 2025 35 An Rhein und Ruhr Erntezeit in Nordrhein Obstwiesen haben einen besonderen Reiz: Sie verbinden ein Naturerlebnis mit dem Genuss regionaler Produkte. Gleichzeitig bieten sie zahlreichen Tieren – etwa Insekten und Vögeln – einen Lebensraum und leisten so einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt. Zur Erntezeit im Spätsommer stellt das Rheinische Ärzteblatt „Obstorte“ in Nordrhein vor. MST Meckenheim Die Apfelstadt in der Voreifel Meckenheim im Rhein-Sieg-Kreis trägt nicht ohne Grund den Beinamen „Apfelstadt“: Die Umgebung ist geprägt von Baumschulen, Rosenfeldern und weitläufigen Obstplantagen. Am besten lässt sich diese reizvolle Landschaft mit dem Fahrrad oder zu Fuß erkunden – etwa auf der rund 32 Kilometer langen Schleife der Rheinischen Apfelroute, die in Meckenheim entlang von Feldern und Obstplantagen verläuft. Noch bis zum 28. September finden entlang der Apfelroute die „Apfelwochen“ statt. In diesem Zeitraum bieten Gastronomen und Obstbauern ein abwechslungsreiches Programm mit Führungen, Mitmachaktionen und Verkostungen: www.apfelroute.nrw/4-apfelwochen-2025 MST Bergisches Land Im Land der Streuobstwiesen Streuobstwiesen prägen das Bergische Land seit dem 18. Jahrhundert: Wer eine solche Wiese besaß, konnte seine Familie das ganze Jahr über mit Obst versorgen. Bis heute gehören Apfelsaft, Gelee oder Apfelkraut- Sirup – auch „Krückchen“ genannt – zu den Spezialitäten der Region. Wer mehr über die Entwicklung der Streuobstwiesen sowie über Flora und Fauna im Bergischen Land erfahren möchte, findet auf dem knapp fünf Kilometer langen Streuobstwiesenweg in Bergisch Gladbach-Bensberg die Gelegenheit Der Streuobstwiesenweg in Bergisch Gladbach-Bensberg ist nicht nur im Spätsommer einen Spaziergang wert und führt am Kardinal-Schulte-Haus vorbei. Foto: Dominik Ketz Kreis Euskirchen Steinkauz-Retter Artenreiche, naturnahe Streuobstwiesen sind der bevorzugte Lebensraum des Steinkauzes (Athene noctua). Die kleine Eulenart steht in Deutschland auf der sogenannten Vorwarnliste, denn sie findet immer weniger geeignete Brutplätze, weil alter Baumbestand verschwindet und Wiesen oft zu Bauland werden. In Euskirchen und Umgebung kümmern Gefährdeter Lebensraum: Der Steinkauz liebt Obstwiesen am Rand der Dörfer. Foto: Achim Schumacher dazu. Der Rundweg beginnt und endet am GeschichteLokal des Bergischen Geschichtsvereins. Zahlreiche Tafeln informieren über die Kulturlandschaft. Picknickplätze entlang sich Freiwillige im Projekt „Steinkauz- Hüter*in“ seit Oktober 2024 um 200 Brutpaare. Gefördert von der EifelStiftung werden aktuell 20 Hüterinnen und Hüter ausgebildet, die gemeinsam mit der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V. Verantwortung für die Population übernehmen. Dazu gehören der Bau, das Aufhängen und die Reinigung von Niströhren, die Bestandskontrolle sowie die Zählung und gegebenenfalls Beringung der Steinkauzjungen. Informationen unter https://www.biostationeuskirchen.de/ vt des Weges bieten sich für eine Pause an. Informationen zum Streuobstwiesenweg unter: www.naturparkbergischesland.de/tour/streu obstwiesenweg MST Bis Ende September steht in Meckenheim und Umgebung alles im Zeichen des Apfels. Foto: Jen Theodore/Unsplash.com
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