36 Rheinisches Ärzteblatt / Heft 9 / 2025 Kulturspiegel gelassen erliegt Moritz dem Druck, der auf ihm lastet und sieht in seiner Verzweiflung den Freitod als einzige Lösung an. Häusliche und sexualisierte Gewalt in der Familie sowie die Suche nach sexueller Identität sind weitere heute wie vor 130 Jahren weitgehend tabuisierte Themen, die Kinder und Jugendliche erfahren und sich oft damit allein gelassen fühlen. Auch diese werden in „Spring Awekening“ konkret und eindringlich angesprochen. I nformationen unter www.jt-bonn.de und Tel.: 0228 463 672. fällt durchs schulische und damit auch durchs familiäre Raster. Neben der Pubertät und dem Erwachsenwerden kämpft er mit schlechten schulischen Leistungen. Obwohl klar ist, dass er die Versetzung nie schaffen wird, da es nicht genug Plätze in der nächsten Klasse gibt, strengt er sich an und scheitert doch. Enttäuscht wendet sich auch sein eigener Vater von ihm ab. Von allen alleinDas Junge Theater Bonn zeigt das Musical „Spring Awakening“ in einer mitreißenden Aufführung. von Jürgen Brenn Als 1891 das Drama „Frühlings Erwachen“ von Frank Wedekind veröffentlicht wurde, löste der Stoff einen Sturm der Entrüstung aus. Der damals 27-jährige Wedekind brach in dem Drama gleich mit mehreren Tabus, die im deutschen Kaiserreich nichts in der Öffentlichkeit zu suchen hatten. Den Stoff entdeckte später auch der Broadway für sich. Das Musical „Spring Awakening“ heimste zahlreiche Preise ein. Der Singer-Song-Writer Duncan Sheik lieferte die Musik und Steven Sater das Buch und die Liedtexte zu dem Erfolgsmusical. Das Junge Theater Bonn hat sich des Musicals in einer Übersetzung von Nina Schneider angenommen. Bernard Niemeyer führt die Regie und Ekaterina Klewitz hat die musikalische Leitung bei der Bonner Inszenierung, die eine erste Kooperation zwischen der Opernsparte des Theaters Bonn und des Jungen Theaters Bonn ist. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen vier Jugendliche an der Schwelle zum Erwachsenwerden. Da ist zum einen Wendla, gespielt von Lisa Ryshchina, die zwar nicht mehr an den Klapperstorch glaubt, aber dennoch nicht weiß, woher die kleinen Mädchen und Jungen kommen. Hilfesuchend wendet sie sich an ihre Mutter, die sich allerdings voller Scham und moralischer Verklemmtheit weigert, mit ihrer Tochter über das Tabuthema Sexualität zu sprechen – mit am Ende tödlichen Konsequenzen für die junge Frau. Sie hat sich mit Melchior, gespielt von Zoltán Selo, eingelassen. Der blitzgescheite und kritische Geist beginnt auf eine anfangs durchaus schüchtern unschuldige Art einen Teenie-Flirt mit Wendla, der dann rasch zu einer Nacht auf dem Heuboden führt. Weder spürt noch akzeptiert Melchior das Zögern und die Abwehr der unwissenden Wendla, der das Ganze zu schnell geht. Auch Melchior steht am Ende auf der Verliererseite und sieht in einer Besserungsanstalt das Leben an sich vorüberziehen. Sein Mitschüler Moritz Stiefel, beeindruckend gespielt von Niklas Windeck, Das Kreuz mit den Tabus Festival „Alte Musik Knechtsteden“ widmet sich „Napoli“ – Kartenverlosung „Napoli!“ ist das diesjährige Motto des Festivals „Alte Musik Knechtsteden“, das vom 20. bis 27. September 2025 im Rhein-Kreis Neuss stattfindet. Das Musik- Festival blickt auf eine über 30-jährige Tradition zurück, in der alte Musik vor historischen Kulissen wie dem Kloster sowie dem Klosterhof Knechtsteden, dem Kreismuseum in Dormagen oder dem Schloss Arff in Köln präsentiert wird. Im Mittelpunkt der acht Konzerte steht in diesem Jahr die italienische Stadt Neapel, die im 17. Jahrhundert zum Zentrum der musikalischen Welt aufstieg. Die „Neapolitanische Schule“ mit Alessandro Scarlatti als einem ihrer wichtigsten Vertreter prägte ab 1720 über hundert Jahre den musikalischen Stil Europas. Das Eröffnungskonzert präsentiert das wiederentdeckte Oratorium „La Colpa Originale“ von Francesco Conti unter der Leitung der Dirigentin und Flötistin Dorothee Oberlinger und ihrem Ensemble 1700. Daneben stehen Konzerte des Ensembles Arte Mandoline, des brasilianischen Sopranisten Bruno de Sá, der Rheinischen Kantorei und der Gruppe Comet Musicke auf dem Programm. Die Festivalkonzerte finden täglich um 20 Uhr vom 20. bis 27. September 2025 statt. Die Karten kosten zwischen 10 und 39 Euro. Alle Informationen unter www.knechtsteden.com. Kartenverlosung: Das Rheinische Ärzteblatt verlost unter seinen Leserinnen und Lesern 2 x 2 Eintrittskarten für das Konzert „Romanische Nacht – Kaleidoskop Diego Ortiz“, das von Comet Musicke am Freitag, 26. September 2025, 20 Uhr in der Klosterbasilika Knechtsteden aufgeführt wird. Teilnahmebedingungen: Bitte senden Sie eine Postkarte mit Ihrer Adresse und dem Stichwort „Romanische Nacht“ an Ärztekammer Nordrhein, Redaktion Rheinisches Ärzteblatt, Tersteegenstr. 9, 40474 Düsseldorf. Einsendeschluss: Samstag, 13. September 2025. Die Gewinner werden benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. bre Comet Musicke bestreitet die Romanische Nacht beim Festival „Alte Musik Knechtsteden“. Foto: privat Mit der Euphorie und dem Schwung der Jugend stellen Mitglieder der Opernsparte des Theaters Bonn und des Jungen Theaters Bonn gemeinsam eine fulminante Inszenierung des Musicals „Spring Awakening“ auf die Bühne. Foto: Matthias Jung
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