Rheinisches Ärzteblatt 09/2026

Rheinisches Ärzteblatt / Heft 9 / 2026 39 Kulturspiegel Das Theater Bonn zeigt „Don Karlos (A New Morning)“ von Felix Krakau nach Friedrich Schiller in einem außergewöhnlichen Bühnenbild. von Jürgen Brenn „Don Carlos, Infant von Spanien“, wie das Dramatische Gedicht in fünf Akten von Friedrich Schiller heißt, war ein Mammutprojekt des Dichters. Schiller begann mit dem Werk 1783 und vollendete es erst vier Jahre später. Mit 5.370 Versen stellt „Don Carlos“ auch eines der längsten Dramen der deutschen Bühnenliteratur dar. So wie Friedrich Schiller die Geschichte der Novelle „Dom Carlos, nouvelle historique“ von César Vichard de SaintRéal für seinen Don Carlos entlehnt hatte, so nahm sich Felix Krakau für seine Inszenierung am Bonner Schauspielhaus die Freiheit der Überschreibung des klassischen Dramas von Schiller heraus. Er reduziert radikal das Personal auf der Bühne und fokussiert die Handlung auf wesentliche Aspekte und arbeitet so die Parallelen zur gegenwärtigen Weltlage heraus, die von gesellschaftlichen und politischen Umbrüchen und Machtverschiebungen geprägt ist. Beeindruckend greift Florian Schaumberger mit seinen Videoinstallationen und einem von ihm entwickelten Lichtkonzept die Ideen des Regisseurs auf. Sie werden von einem dynamischen Bühnenbild ergänzt, sodass die Bühneneffekte elegant ineinandergreifen. Die Bühne wird beherrscht von überdimensionalen Bilderrahmen, die wie Matruschkas ineinander gestapelt werden könnten. Vom Zuschauerraum aus ist dieser Effekt je nach Stellung der Rahmen zu beobachten. Die Rahmen empfinden die wechselnden Machtverhältnisse der handelnden Figuren nach und teilen den Bühnenraum je nach Bedarf in oben und unten, hinten und vorne, rechts und links. Die Handlung spielt am Hof des spanischen Königs Philipp II., den Daniel Stock verkörpert. Dessen Gemahlin Elisabeth von Valois, gespielt von Imke Siebert, sollte eigentlich mit dem Kronprinzen Don Karlos, gespielt von Jacob Z. Eckstein, verheiratet werden. Daraus wurde nichts, denn sein Vater kam ihm zuvor. Dennoch ist Karlos unsterblich in seine Stiefmutter verliebt. Prinzessin Eboli, gespielt von Julia Kathinka Philippi, ist wiederum in Karlos verschossen, der diese allerdings ignoriert. Sein enger Freund und Vertrauter, Marquis von Posa, gespielt von Riccardo Ferreira, versucht, seinen Freund von seiner aussichtslosen Liebe abzulenken und ihn für den Freiheitskampf der aufmüpfigen Provinz Flandern, aber auch für die moderne Idee der Meinungsfreiheit zu begeistern. Ihr Gegenspieler, der Herzog Alba, verkörpert von Paul Michael Stiehler, ist kein Idealist, sondern ein ruchloser Kämpfer, der seine eigenen Interessen verfolgt. Der spanische Hof befindet sich an einem strategischen und politischen Wendepunkt, der von den verschiedenen Höflingen verkörpert wird. Die einen streben danach, ihre Macht und das immense Königreich mit allen Mitteln zu erhalten – und das notfalls mit roher Gewalt. Dafür stehen König Philipp und Alba, der in der zurückgewiesenen und gekränkten Prinzessin Eboli eine willige Mitintrigantin findet. Idealistische Zukunftspläne, in denen das Wort Freiheit eine zentrale Rolle spielt, stehen für Aufbruch und eine neue Gesellschaftsidee. Diese verfolgen der Marquis von Posa und Don Karlos. Damit ist genug Zündstoff sowohl auf der politischen als auch auf der familiären Ebene auf der Bühne versammelt und das Spiel um Liebe, Macht, Treue und Intrigen kann beginnen. Vor allem der junge Karlos entwickelt sich vom weichlichen Jüngling zum jungen Mann mit Standing. Als er seinen Vater bittet, ihn zur Befriedung der unruhigen Provinz Flandern in den Norden zu schicken, wird er vom König ausgelacht. Dieser entsendet stattdessen seinen Bluthund Alba, der ganz im Sinne des Königs auf die Macht der Unterdrückung baut. Informationen unter www.theater-bonn.de oder Tel.: 0228 778 008. Eine Weltmacht im Wandel In der aktuellen Inszenierung von Don Karlos (A New Morning) spielt (v.l.n.r.) Julia Kathinka Philippi La Eboli, Riccardo Ferreira den Marquis von Posa, Jacob Z. Eckstein Don Karlos und Paul Michael Stiehler Hauptmann Alba in dem dynamischen Bühnenbild von Florian Schaumberger. Foto: Matthias Jung Benefiz-Kabarett zugunsten von „Lach mal was mit wünschdirwas“ – Kartenverlosung Die Kinderärztin, Moderatorin und Akteurin von „wünschdirwas e.V.“, Sandra Niggemann, präsentiert zum 14. Mal den BenefizKabarettabend „Lach mal was mit wünschdirwas“ im Bonner Pantheon Theater. Die Künstler verzichten wie immer an diesem Abend auf ihre Gagen zugunsten der guten Sache. Mit dabei sind dieses Jahr die Comedians und Kabarettisten Florian Schroeder, Matthias Reuter, Nessi Tausendschön und William Mackenzie sowie Sabine Domogala. Für den musikalischen Rahmen sorgen die Sängerinnen aus Köln und aus der Schweiz, Christine Schröder und Nathalie Weider. Georg Derks begleitet sie am Klavier. Der Erlös des Abends geht an den Verein „wünschdirwas e.V.“, der seit über 35 Jahren deutschlandweit schwer oder chronisch kranken Kindern und Jugendlichen Herzenswünsche erfüllt. Der Benefiz-Kabarettabend findet am Mittwoch, 14. Oktober 2026 um 20 Uhr statt. Karten zu 25 Euro, ermäßigt 20 Euro, sind unter www.pantheon.de erhältlich. Informationen unter https://wuenschdirwas.de. Kartenverlosung: Das Rheinische Ärzteblatt verlost unter seinen Leserinnen und Lesern 2 x 2 Eintrittskarten für „Lach mal was mit wünschdirwas“ am 14. Oktober 2026. Teilnahmebedingungen: Bitte senden Sie eine Postkarte mit Ihrer Adresse und dem Stichwort „wünschdirwas“ an Ärztekammer Nordrhein, Redaktion Rheinisches Ärzteblatt, Tersteegenstr. 9, 40474 Düsseldorf. Einsendeschluss: Freitag, 18. September 2026. Die Gewinner werden benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. bre

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