Rheinisches Ärzteblatt 10/2026

Rheinisches Ärzteblatt / Heft 10 / 2026 25 Serologische und laborchemische Befunde Parameter Befund Aquaporin-4-IgG (NMO-IgG) negativ MOG-IgG (Serum) negativ ANA, ANCA, anti-dsDNA negativ Phospholipid-Antikörper (aCL, β2-GPI) negativ Vitamin B12, Folsäure normwertig TSH, fT4 normwertig Blutbild, CRP, BSG normwertig HIV-Serologie, Lues-Serologie negativ Borrelia-IgG/IgM (Serum) negativ Professor Dr. Dirk Sander ist Chefarzt der Abteilung für Neurologie, neurologische Früh- und weiterführende Rehabilitation am Benedictus Krankenhaus Tutzing und Feldafing. Professor Dr. Malte Ludwigist ambulant als Angiologe in Gmund am Teegernsee tätig und arbeitet in Kooperation mit dem Gefäßzentrum am Krankenhaus Agatharied. Er koordiniert und begleitet die Reihe inhaltlich. Wissenschaft und Fortbildung – Zertifizierte Kasuistik – Folge 90 Zum Erwerb der Fortbildungspunkte müssen mindestens 70 Prozent der Fragen richtig beantwortet werden. In dem Fall können die Fortbildungspunkte über den Elektronischen Informationsverteiler (EIV) dem elektroniKurzanleitung zur „Zertifizierten Kasuistik“ schen Punktekonto des Arztes bei seiner Ärztekammer automatisch gutgeschrieben werden, falls die Einheitliche Fortbildungsnummer/Barcode auf die Lernerfolgskontrolle aufgeklebt und die Einverständniserklärung zur Datenübermittlung unterschrieben ist. Einsendeschluss: Die Lernerfolgskontrolle muss spätestens bis Samstag, 28. November 2026 per Fax oder per Post eingegangen sein (Poststempel). Fax: 0211/4302 5808, Postanschrift: Ärztliche Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung in Nordrhein, Tersteegenstr. 9, 40474 Düsseldorf. Auflösung: im Rheinischen Ärzteblatt 12/2026 in der Rubrik Magazin. Ausführliche Informationen zur Differenzialdiagnostik werden im Internet unter www.aekno.de/cme veröffentlicht. Fragenkatalog zur Zertifizierten Kasuistik „Sehverlust, Kribbeln und Erschöpfung bei einer 28-jährigen Patientin“ 1. Welche Diagnose stellen Sie? a) Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankung (NMOSD) b) schubförmig-remittierende Multiple Sklerose (RRMS) c) MOG-Antikörper-assoziierte Erkrankung (MOGAD) d) Susac-Syndrom e) zerebrale Vaskulitis 2. Welche Diagnosekriterien werden für die Erkrankung in der vorliegenden Kasuistik angewendet? a) Barkhof-Kriterien (2003) b) Schumacher-Kriterien (1965) c) McDonald-Kriterien (Revision 2024) d) Miller-Fisher-Kriterien e) MAGNIMS-MRT-Kriterien als alleinige Grundlage 3. Was ist keine typische MRT-Lokalisation demyelinisierender MS-Läsionen? a) Periventrikulär b) Juxtakortikal c) Infratentoriell (Hirnstamm, Kleinhirn) d) Putamen (Basalganglien) e) Nervus opticus 4. Welcher Liquorbefund gilt als charakteristischer Marker für die Erkrankung in der vorliegenden Kasuistik? a) erhöhtes Gesamteiweiß > 1.000 mg/l b) liquorspezifische oligoklonale Banden (IgG) c) erhöhtes Laktat d) Tau-Protein stark erhöht e) Neutrophile Pleozytose > 50/μl 5. Wie hoch ist das Risiko, nach einer isolierten Optikusneuritis im 5-Jahresverlauf eine definitive MS zu entwickeln? a) < 5 Prozent b) 5–15 Prozent c) 15–50 Prozent d) 60–70 Prozent e) > 90 Prozent 6. Welche Therapie ist Mittel der Wahl beim akuten MS-Schub? a) orales Prednisolon 50 mg/Tag über 4 Wochen b) intravenöses Methylprednisolon 1.000 mg/Tag für 3 – 5 Tage c) Plasmapherese als Erstlinientherapie d) Natalizumab intravenös e) Immunglobuline intravenös 7. Was ist keine verlaufsmodifizierende Therapie (DMT) der RRMS? a) Natalizumab b) Ocrelizumab c) Dimethylfumarat d) Levodopa / Carbidopa e) Cladribin 8. Welches Phänomen beschreibt die vorübergehende Verschlechterung von MS-Symptomen bei Wärmeexposition oder körperlicher Belastung? a) Lhermitte-Zeichen b) Uthoff-Phänomen c) Chaddock-Zeichen d) Bruns-Nystagmus e) Pulfrich-Effekt 9. Welcher Serum-Biomarker gewinnt zunehmend Bedeutung für das Therapiemonitoring und die Prognoseabschätzung bei MS? a) C-reaktives Protein (CRP) b) Procalcitonin c) Serumferritin d) Serum-Neurofilament-Leichtkette (sNfL) e) NSE (Neuronenspezifische Enolase) 10. Was ist nicht regelhaft Teil der Langzeitnachsorge bei RRMS? a) jährliche MRT-Kontrollen (Schädel, gegebenenfalls Rückenmark) b) regelmäßige klinisch-neurologische Verlaufskontrollen mit EDSSBestimmung c) ophthalmologische Kontrollen und gegebenenfalls optische Kohärenztomographie (OCT) des Nervus opticus d) routinemäßige Liquorpunktionen alle 6 Monate e) Fatigue-Assessment und psychosoziale Begleitung

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