Rheinisches Ärzteblatt 10/2026

Magazin Rheinisches Ärzteblatt / Heft 10 / 2026 7 Bundesärztekammer Strategiepapier zur Resilienz Um die Gesundheitsversorgung auch in Krisensituationen aufrechtzuerhalten, muss das Gesundheitssystem resilient, also ausreichend widerstands- und durchhaltefähig sein. Ereignisse der vergangenen Jahre, etwa die COVID19-Pandemie, die Flut im Ahrtal, die extremen Hitzeperioden oder die Lieferschwierigkeiten bei Arzneimitteln, hätten gezeigt, dass das Gesundheitssystem nicht ausreichend vorbereitet ist, betont die Bundesärztekammer in ihrem im September vorgelegten Strategiepapier „Im Krisenfall handlungsfähig: Resilienz des Gesundheitswesens aus ärztlicher Sicht“. Hinzu komme als Herausforderung für die Krisenfestigkeit noch die Bedrohungslage nach dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Das Strategiepapier konzentriert sich auf drei Handlungsfelder: das Zusammenwirken von Akteuren und Ebenen, Ausstattung und Bevorratung sowie die quantitative und qualitative Verfügbarkeit des medizinischen Personals. Für verbesserte Abläufe in Krisen bedürfe es eindeutiger Zuständigkeiten und klarer Abläufe. Das Zusammenwirken der verschiedenen staatInformationen zu sexueller Gesundheit Zum Welttag der sexuellen Gesundheit am 4. September wies das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) auf die Bedeutung des Themas für ein gesundes Leben hin. Eigene Umfragen zeigten, dass zu sexuell übertragbaren Krankheiten immer noch viel Informationsbedarf besteht. Mit seiner Initiative LIEBESLEBEN informiert das BIÖG regelmäßig über Safer Sex, HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen sowie zu sexueller und geschlechtlicher Vielfalt. Informationsmaterial zu diesen Themen gibt es über das Internetportal des BIÖG: www.bioeg.de. Materialien für die ärztliche Praxis können dort kostenlos angefordert werden. tg Kurz gemeldet G-BA beschließt neue U-Untersuchung Der Gemeinsame Bundesausschuss(G-BA) hat die Inhalte der neuen U10 beschlossen. Der Fokus dieses ärztlichen Früherkennungsangebots für Kinder im Alter von neun bis zehn Jahren liegt auf den Themen Übergewicht, körperliche Aktivität, digitaler Medienkonsum und psychische Auffälligkeiten. Bei Hinweisen auf gesundheitliche Risiken sollen Kind und Eltern von den Kinderärztinnen und -ärzten beraten und über vorbeugende Angebote informiert werden. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der neuen U10 ist die Impfberatung, um insbesondere die Rate der Humane Papillomviren (HPV)-Impfungen sowohl bei Jungen als auch bei Mädchen zu erhöhen. tg Neue Versorgungsform: Vergütung vereinbart Ab Januar 2027 sollen umgewandelte kleine Krankenhäuser als sektorenübergreifende Versorgungseinrichtungen ihren Betrieb aufnehmen. GKV-Spitzenverband, Deutsche Krankenhausgesellschaft und der Verband der Privaten Krankenversicherung haben feste Vergütungspauschalen für diese neue medizinische Versorgungsform vereinbart. Außerhalb der Leistungsgruppensystematik, die ab 2028 verpflichtende Grundlage für die Krankenhausplanung und -vergütung wird, sollen diese Einrichtungen mit einem begrenzten stationären Angebot bei weniger komplexen Krankheiten sowie mit ambulanten und pflegerischen Leistungen eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung sichern. tg Facharztprüfungen Anmeldeschluss und Termine Der nächste zu erreichende Prüfungszeitraum zur Anerkennung von Facharztkompetenzen, Schwerpunktbezeichnungen und ZusatzWeiterbildungen bei der Ärztekammer Nordrhein ist am 28. und 29. Januar 2027 und vom 1. bis 3. Februar 2027. Anmeldeschluss: Freitag, 4. Dezember 2026 Ärztinnen und Ärzte, die zur Prüfung zugelassen sind, erhalten eine schriftliche Ladung mit dem genauen Prüfungstermin und der Uhrzeit mindestens 14 Tage vorher. www.aekno.de/Weiterbil dung/Pruefungen ÄkNo Intensivmedizin Peers gesucht Die Ärztekammer Nordrhein sucht Ärztinnen und Ärzte sowie Fachpflegekräfte aus der Intensivmedizin für ihr Peer-Review-Verfahren. Das Verfahren dient der externen Qualitätssicherung und soll dazu beitragen, Abläufe zu optimieren und die Patientensicherheit zu stärken. Interdisziplinäre Peer-Teams besuchen Intensivstationen und analysieren gemeinsam mit den Behandlungsteams Stärken und Verbesserungspotenziale. Gesucht werden insbesondere Ärztinnen und Ärzte mit langjähriger klinischer Erfahrung. Voraussetzung für den Einsatz ist eine standardisierte Peer-Schulung. Eine solche findet am 8. Oktober auf dem Kongress ä26 in Bonn statt, eine Online-Schulung ist für den 9. Oktober geplant. Weitere Informationen und Anmeldung unter www.aekno.de/ fortbildung. Interessierte können sich an die Ärztekammer Nordrhein wenden: peer-review@aekno.de MST lichen Ebenen müsse besser geordnet werden, heißt es in dem Papier. Erforderlich dafür seien die Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, regelmäßige und auskömmlich finanzierte Übungen und ein Lagezentrum Gesundheit auf Bundesebene. Notwendig seien zudem ein besserer Schutz von Gesundheitseinrichtungen vor (Cyber-)Angriffen und vor Ausfällen kritischer Infrastrukturen. tg Auf Krisensituationen ist das deutsche Gesundheitswesen nicht ausreichend vorbereitet. Die Bundesärztekammer fordert unter anderem, die Abläufe zu verbessern. Foto: vm/istockphoto.com

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