10 Rheinisches Ärzteblatt / Heft 11 / 2026 Magazin – Studium und Berufseinstieg Im Juni hatte ich mein 3. Staatsexamen, also die letzte Prüfung meines Studiums. Leider hatte ich den letzten Prüfungstermin erwischt, sodass ich, während all meine Freundinnen und Freunde schon ihren Sommer in Freiheit genießen konnten, noch ein paar Tage mehr in der Bibliothek zu verbringen hatte. In dem Wissen, dass es vorerst das letzte Mal sein würde, war das allerdings halb so schlimm – fast schon ein bisschen wehmütig. Beim 3. Examen wird man in Essen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen geprüft. Am ersten Prüfungstag bekommt man einen Patienten oder eine Patientin zugeteilt, bei dem oder der man die Krankheitsgeschichte ausführlich erhebt, körperliche Untersuchungen durchführt und einen Arztbrief verfasst. Anschließend wird man noch von den Prüfern aus Innerer Medizin und Chirurgie am Patientenbett geprüft. Man stellt den Patientenfall kurz vor und wird dazu, aber auch darüber hinaus, befragt. Außerdem ist es üblich, dass man noch einige körperliche Untersuchungen demonstriert. Am zweiten Tag findet dann die mündliche Prüfung in den Fächern statt, die man auch während des Praktischen Jahres durchlaufen hat: Innere Medizin, Chirurgie, das Wahlfach – in meinem Fall Gynäkologie – und ein zugelostes Fach. Bei mir war es die Radiologie. Meine Prüfungsgruppe bestand aus vier Leuten. Wir hatten uns entschieden, einzeln geprüft zu werden, sodass man alleine für ungefähr eine Stunde den Fragenhagel von vier Prüfern über sich ergehen lassen musste. Das alles klingt viel schlimmer, als es am Ende war. Das lässt sich im Rückblick natürlich sehr leicht sagen, aber ich hatte den Eindruck, dass alle Prüfer sehr wohlwollend waren und insgesamt eine sehr angenehme Prüfungssituation geschaffen haben. Nach kurzer Beratung der Prüfer war es dann wirklich geschafft. Freunde und Familie hatten draußen gewartet und gemeinsam wurde angestoßen und gefeiert – ein Moment, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Zwei Wochen später gab es eine offizielle Examensfeier, bei der wir unsere Zeugnisse überreicht bekamen. Ein schöner Anlass, um gemeinsam noch einmal auf diese bewegte Zeit zurückzublicken. In diesem Sinne vielen Dank, dass ich meine Eindrücke aus sechs Jahren Studium mit den Leserinnen und Lesern des Rheinischen Ärzteblatts teilen durfte! Wie erlebt Ihr das Medizinstudium? Schreibt mir unter medizinstudium@ aekno.de. Mail aus Essen Hannah Stamm Foto: privat Dystonie Teilnehmer für Studie gesucht Wissenschaftler des Universitätsklinikums Bonn untersuchen die Auswirkungen der Bewegungsstörung Dystonie auf Denken, Fühlen und soziale Kontakte. Sie suchen dafür aktuell Teilnehmerinnen und Teilnehmer für eine Online-Befragung. Die Studie stellt Beschwerden und Belastungen, die im klinischen Alltag häufig weniger sichtbar sind, in den Mittelpunkt. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, die Lebenssituation von Menschen mit Dystonie besser zu verstehen, die öffentliche Aufmerksamkeit für die Erkrankung zu erhöhen und langfristig die medizinische Versorgung weiterzuentwickeln. Dystonie ist eine Störung des Spannungszustandes der Muskeln, die zu unwillkürlichen Bewegungen führt. Es können einzelne Körperregionen wie Augenlider, Hals, Hände oder Stimme, aber auch mehrere Körperbereiche gleichzeitig davon betroffen sein. Obwohl Dystonie vergleichsweise häufig vorkomme, vergingen oftmals mehrere Jahre bis zur korrekten Diagnose, so das Universitätsklinikum. An der Studie können sich Erwachsene beteiligen, bei denen eine Dystonie diagnostiziert wurde oder bei denen eine begründete Verdachtsdiagnose vorliegt. Die Online-Studie fragt nach der Erkrankung, der Behandlung und dem emotionalen Wohlbefinden sowie der mentalen Leistungsfähigkeit. Die Bearbeitung des Fragebogens dauert rund 20 bis 30 Minuten und erfolgt anonym. Der Fragebogen befindet sich unter www.soscisurvey.de/ VIDA_Studie. bre Masterstudiengang Schutz vor sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch in Organisationen Zum Sommersemester 2027 wird der neue Masterstudiengang „Schutz vor sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch in Organisationen“ starten, wie die Universität Bonn mitteilte. Das Angebot ist in Kooperation der Universität Bonn, der Deutschen Sporthochschule Köln, der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen und der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen entstanden und richtet sich an Fachkräfte aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen, die sich für Prävention, institutionelle Schutzkonzepte und Intervention bei sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch qualifizieren möchten. Die Absolventinnen und Absolventen bekommen wissenschaftlich fundierte sowie praxisnahe Kompetenzen vermittelt, um Präventionsstrategien zu entwickeln, Interventionsprozesse professionell zu begleiten und Organisationen bei der Implementierung nachhaltiger Schutzstrukturen zu unterstützen. Interessenten können sich ab November bis Ende Januar 2027 für den Studiengang bewerben. Nähere Informationen unter www.ktf.unibonn.de. Rückfragen beantwortet Jakob Schrage, E-Mail: sgumo@uni-bonn.de. bre
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