Rheinisches Ärzteblatt / Heft 12 / 2025 15 Spezial Weiter Weg zum Mars Der technologische Fortschritt scheint den Traum von einer bemannten Mars-Mission in greifbare Nähe zu rücken. Doch damit Menschen den roten Planeten erreichen können, müssen sie der lebensfeindlichen Umgebung des Alls standhalten. Am Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Köln erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Strategien zur Erhaltung der menschlichen Gesundheit im Weltraum. von Marc Strohm Eine rote Felswüste erstreckt sich bis zum Horizont, durchzogen von tiefen Schluchten und Kratern. Inmitten dieses staubigen Ödlands steht eine silberne Raumkapsel, Astronauten in orange-weißen Anzügen sammeln Gesteinsproben, während ein sechsrädriger Rover die Gegend erkundet. Per Funk halten sie Kontakt zur Erde und besprechen ihre Funde. So stellten sich die Macher des Films „Der Marsianer“ 2015 eine Mission auf dem Mars vor. Zehn Jahre später ist die Idee vom bemannten Flug zum Mars nicht mehr nur Science-Fiction. Weltweit arbeiten staatliche Raumfahrtprogramme und private Raumfahrtunternehmen daran, die Mission umzusetzen—unter anderem auch in Köln, wo das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das Europäische Astronautenzentrum (EAC) zentrale Forschungsarbeit leisten. Wettlauf zum roten Planeten Durch den technischen Fortschritt in der Raumfahrt ist der Mars kein undenkbares Ziel mehr: Elon Musks privates Raumfahrtunternehmen SpaceX kündigte im vergangenen Jahr an, ab 2026 erste unbemannte Flüge mit dem Starship dorthin durchführen zu wollen. Gelinge dieses Vorhaben, könnten ab 2029 oder 2030 die ersten bemannten Missionen zum Mars aufbrechen, heißt es bei SpaceX. Langfristig verfolgt Musk das Ziel, eine dauerhaft bewohnte Marskolonie zu errichten. Auch das chinesische Raumfahrtprogramm plant, in den 2030er-Jahren Menschen auf den Mars zu schicken. Deutlich vorsichtiger äußern sich NASA und ESA: Sie halten eine bemannte Mars-Mission erst um das Jahr 2040 für realistisch. Unabhängig davon, ob Astronautinnen und Astronauten sich auf der ISS oder auf einer Marsmission befinden, bleibt regelmäßiges Training im All eine zwingende Voraussetzung, um Muskel- und Knochenabbau zu verhindern. Foto groß: istockphoto/buradaki Foto klein: NASA/ESA
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