Rheinisches Ärzteblatt 12/2025

Rheinisches Ärzteblatt / Heft 12 / 2025 35 Kultur Frau wahrnimmt. Onkel Wanja ist nach einem langen, arbeitsreichen Leben frustriert ob der Undankbarkeit des eitlen Professors, dessen Lebensstil er jahrelang durch Geldsendungen ermöglicht hatte. Nun schlägt der immer nörgelnde, egozentrische Schwager vor, das Landgut zu verkaufen und legt damit die Axt an das Lebenswerk Wanjas. Einzig die Kinderfrau Marina, gespielt wie ein Faktotum des Hauses von Uwe Schmieder, zeigt menschliche Züge. Tröstet hier, beschwichtigt da und versucht, die auseinanderdriftende Gesellschaft irgendwie zusammenzuhalten. Ein reinigendes Gewitter mit heftigem Regenguss, der den Baldachin buchstäblich niederdrückt, bringt die erhoffte Wende in der düster melancholischen Handlung. I nformationen unter www.schauspiel.koeln und Tel.: 0221 2212 8400. Rohbeck, brachte. Das Landgut warf genug Ertrag ab, damit der Professor in der Stadt ein standesgemäßes Auskommen hatte. Nun ist er in den Ruhestand getreten und kann sich das Leben in der Großstadt nicht mehr leisten. Er kehrt zusammen mit seiner zweiten, deutlich jüngeren Frau Elena, gespielt von Birgit Unterweger, auf das Gut zurück. Diese Veränderung wirft das ländliche Leben, das sich eingespielt hatte, aus der Bahn und plötzlich funktioniert nichts mehr. Das gibt Raum für Grübeleien und einen Blick auf die eine oder andere Lebenslüge. In einer schwülen Sommernacht hadert einer nach dem anderen mit dem Los, das das Schicksal für ihn oder sie bereithielt. So erkennt beispielsweise Sonja, dass der Landarzt Dr. Astrow, gespielt von Frank Genser, ihre langjährige, heimliche Liebe zu ihm nicht erwidert, ja sie sogar noch nicht einmal als Auf einer von einem Wassergraben umgebenen Bühne ist „Onkel Wanja“ von Anton Tschechow am Schauspiel Köln zu sehen. von Jürgen Brenn Vollmundig kündigte die ehemalige Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Recker kurz vor dem Ende ihrer Amtszeit an, was viele Kölnerinnen und Kölner nicht mehr für möglich gehalten hatten. Mit dem Start der Spielzeit 2026/2027 sollen Stadttheater und Oper zurück an den Offenbachplatz in ihre angestammte Spielstätte im Herzen der Dommetropole zurückkehren. Darauf angesprochen suchen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Schauspielhauses schnell ein Stück Holz, auf das sie klopfen können. Umzug hin oder her, der neue Schauspielintendant Kay Voges hat dem Ausweichquartier an der Schanzenstraße noch eine weitere kleine Spielstätte abgetrotzt. Voges leitete bis zum Wechsel an den Rhein das Volkstheater in der Donaumetropole Wien. Von dort brachte er zahlreiche Schauspielerinnen und Schauspieler mit ins Kölner Ensemble. Auch der Regisseur, Itay Tiran, der „Onkel Wanya“ von Anton Tschechow in Köln inszeniert, arbeitete bereits in Wien eng mit Voges zusammen. Tiran ist gebürtiger Israeli und ein künstlerisches Multitalent. Er studierte in Tel Aviv Musik und danach Schauspiel. Seit sechs Jahren ist er Teil des Ensembles am Wiener Burgtheater. Sein Debut als Regisseur gab er 2010. Die Protagonisten von „Onkel Wanja“ sind Gefangene ihrer selbst und auch aus dem Kölner Bühnenbild, das Michael Sieberock-Serafimowitsch kreiert hat, gibt es kein Entrinnen. Der quadratische Raum mit harten Sitzklötzen, die unter einem tiefhängenden Baldachin aus Plastikfolie angeordnet sind, wird von einem Wassergraben umschlossen. Die Zuschauer verfolgen das Geschehen von allen vier Seiten, wie in einer Arena. Onkel Wanja, beeindruckend gespielt von Andreas Beck, bewirtschaftet zusammen mit seiner Nichte Sonja, gespielt von Lavinia Nowak, den Hof, den Sonjas verstorbene Mutter mit in die Ehe mit dem Kunstprofessor Alexander, gespielt von Uwe Düstere Leben The Harlem Gospel Singers nur am 1.1.2026 in der Kölner Philharmonie – Kartenverlosung Der Begriff „Gospel“ bedeutet „Evangelium“ oder „Gute Botschaft“. Die wohl bekanntesten „Guten Botschafter“ sind „The Harlem Gospel Singers“. Sie gelten als die weltweit erfolgreichste Gospelformation. Über 2,5 Millionen Zuschauer besuchten die Konzerte des stimmgewaltigen Chors, der von einer groovenden All-Star-Band begleitet wird. Die unverkennbare Mischung aus Rhythm and Blues, Funk und Soul der Harlem Gospel Singers verspricht dem Publikum einige Stunden voller musikalischer Glücksmomente. Derzeit haben die Sängerinnen und Sänger neben zahlreichen Highlights auch neue Songs im Gepäck, wie beispielsweise das Spiritual „Kumbaya my Lord – Sei hier, mein Herr!“, was den Grundton der aktuellen Tournee ausdrückt: Einigkeit, Harmonie und Konsens in konfliktreichen Zeiten. „The Harlem Gospel Singers“ werden am Neujahrstag, 1. Januar 2026 um 15 und 20 Uhr in der Philharmonie Köln zu erleben sein. Kartenpreis: ab 59,99 Euro. Nähere Informationen unter www.atgtickets.de. Kartenverlosung: Das Rheinische Ärzteblatt verlost unter seinen Leserinnen und Lesern 2 x 2 Eintrittskarten für „The Harlem Gospel Singers“ am Donnerstag, 1. Januar 2026 für die Vorstellung um 20 Uhr in der Kölner Philharmonie. Teilnahmebedingungen: Bitte senden Sie eine Postkarte mit Ihrer Adresse und dem Stichwort „Harlem Gospel Singers“ an Ärztekammer Nordrhein, Redaktion Rheinisches Ärzteblatt, Tersteegenstr. 9, 40474 Düsseldorf. Einsendeschluss: Samstag, 13. Dezember 2025. Die Gewinner werden benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. bre Das Kölner Schauspiel zeigt Anton Tschechows „Onkel Wanja“ als Kammerspiel in einer Inszenierung von Itay Tiran. Foto: Marcel Urlaub

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