Leitfaden Kommunikation

50 S etting: Gesprächsrahmen herstellen (Störungen vermeiden, Bezugsperson mit einbestellen etc.) P erception: Wahrnehmung/Informationsstand der betroffenen Person einschätzen (Was weiß sie über ihre Erkrankung?) I nvitation: Einschätzen der Bereitschaft, die „schlechte Nachricht“ aufzunehmen K nowledge: Ankündigung und Mitteilung der relevanten Informationen E mpathy: Emotionen der betroffenen Person beachten und auf diese eingehen (Mitgefühl, emotionale Unterstützung etc.) S trategy and summary: Zusammenfassen und weiteres Vorgehen besprechen Ein derart umfangreiches Modell lässt sich nicht auf alle Situationen des klinischen Alltags übertragen. Eine Unterscheidung zwischen der Mitteilung einer chronischen Erkrankung (beispielsweise Rheuma) oder einer akuten und lebensbedrohlichen Erkrankung (beispielsweise palliative Behandlungssituation bei einer Krebserkrankung) ist sinnvoll. Vor allem bei letzterer ist der zweite Punkt (Perception) umstritten, da sein Befolgen („Haben Sie denn eine Idee, was wir heute miteinander besprechen werden?“) den Patienten / die Patientin unnötig auf die Folter spannt. Es macht aber Sinn, die Erwartungen und Befürchtungen des Patienten / der Patientin zu Beginn des Gespräches zu erfassen, wenn zum Beispiel der onkologischen Fachperson nicht klar ist, ob der Patient / die Patientin überhaupt weiß, dass es jetzt um einen kritischen Befund geht. Mehr an der klinischen Realität orientiert sich das folgende Prozedere, das zudem die basalen Kommunikationstechniken im Bereich von Struktur, Vermitteln von Informationen und Aufgreifen von Emotionen integriert. Es lässt sich mit dem Akronym BAD beschreiben, wobei B für Breaking bad news, A für Acknowledge patient’s reactions und D für Develop plans for the near future steht. Diesem Dreischritt lassen sich die folgenden detaillierten Punkte zuordnen: Breaking bad news Was muss ich wissen? Bevor Ärztinnen und Ärzte Informationen geben, müssen sie sich selbst informieren. Was wissen Patientinnen und Patienten? In Situationen, in denen Ärztinnen und Ärzte mit spezieller Expertise erstmalig hinzugezogen werden, ist es ratsam, Patientinnen und Patienten zu fragen: „Können Sie mir kurz sagen, was Sie über Ihre Krankheit wissen?“, bevor die schlechte Nachricht überbracht wird. Nicht immer stimmt das, was Kolleginnen und Kollegen Heranführen an spezifische Gesprächssituationen Ärztekammer Nordrhein

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