WERDER MAGAZIN Nr. 334
WERDER MAGAZIN 334 37 O bwohl Annette Zachries mittlerweile untrennbar mit Wer- ders Frauen- und Mädchenfußball verbunden ist und dort den Status einer Institution hat, lagen ihre Anfänge beim SVW in der Amateurabteilung des männlichen Jugendfuß- balls. Und dort war sie sehr erfolgreich. Mehrfach gewann sie mit ihrem Nachwuchsteam die Meisterschaft, konnte jedoch nie den Genuss eines Aufstiegs miterleben. „Zum Schluss war ich bei der 4. C-Jugend. Wir wurden jedes Jahr Erster, durften aber leider nie eine Liga höher spielen und uns mit stärkeren Teams messen. Das war schade. Daher war es nach vier Jahren Zeit für eine Verände- rung“, sagt Zachries. Die Veränderung hieß Frauenfußball. „Birte Brüggemann hatte mich vorher schon häufig gefragt“, schmunzelt sie. Im Jahr 2010 war es dann soweit: Nach einem Jahr als Co-Trainerin der 2. Frauen- Mannschaft unter Trainer Peter Behrens führte ihr Weg zu den U-17-Juniorinnen. Gemeinsam mit Alexander Kluge bildet sie seit der Saison 2011/2012 ein Gespann an der Seitenlinie. „Wir haben uns von Beginn an hervorragend ergänzt. Was mich dabei vom ers- ten Tag an faszinierte, war Alex‘ Umgang mit den Spielerinnen. Ob- wohl der Altersabstand damals zwischen ihm und der Mannschaft nicht so riesig war, hat er das großartig gemacht“, erzählt Zachries und ergänzt: „Trotzdem glaube ich, dass es für ihn ganz gut war, im Trainerteam auch eine Frau dabei zu haben.“ Alexander Kluge bestä- tigt das. Für ihn ist die Co-Trainerin unverzichtbar. Doch nicht nur das: „Für mich ist Annette die gute Seele des gesamten Frauen- und Mädchenfußballs bei Werder. Mit ihrer Art ist sie unentbehrlich. Ich bin sicher, dass nicht nur die U17 sie vermissen würde“, lobt Kluge. Es sind also durchweg lobende Worte für Annette Zachries, die ihre sportlichen Wurzeln in der Leichtathletik hat und auch über den Fußball hinaus dem Sport zugetan ist. So absolvierte sie an der Uni Bremen ein Lehramts-Studium mit den Fächern Sport und Geografie. Aufgrund eines Einstellungsstopps kam sie aber nie über ihr Referendariat hinaus. Sie selbst findet es „eigentlich schade“, dass es nicht zu mehr gereicht hat. Doch mit vier Söhnen und einer Tochter war auch im eigenen Haus richtig was los. Der Nachwuchs ist mittlerweile zwar erwachsen geworden, doch im Hause Zachries geht es weiterhin hoch her. Erst Alicia Kersten und zurzeit Nora Clausen haben bei Annette und Karl-Heinz Zachries ein Heim an der Weser gefunden. „Eine Spielerin kann man nur auf- nehmen, wenn die Familie dahintersteht. Ohne den Rückhalt mei- nes Mannes hätte ich das nie gemacht. Daher muss man ihm auch ein großes Kompliment aussprechen“, gibt Zachries zu. Sowohl Karl-Heinz als auch Annette Zachries haben eine besonde- re Verbindung zu den Grün-Weißen. Während sie jetzt bei Werder aktiv ist, spielte er früher bei den Werder-Amateuren. „Unter Trainer Kalli Kamp“, erinnert sie sich. „Unsere Verbundenheit zu Werder ist daher ziemlich groß. Ich selbst habe früher bei den Bundesliga-Spie- len immer in der Ostkurve hinter Bürgermeister Henning Scherf ge- standen. Seitdem ich bei Werder arbeite, leide ich noch etwas mehr mit“, erzählt sie. Doch trotz dieser Verbundenheit gibt es nicht nur Werder im Leben von Annette Zachries. Auch Bremen 1860 hat sie ins Herz geschlossen und leitet dort Sportkurse. Gelitten wie auf der Tribüne im Weser-Stadion hat Annette Zachries auch in der Hinrunde der Spielzeit 2016/2017 mit ihren U-17-Junio- rinnen, die schleppend in die Saison starteten und zunächst im Ta- bellenkeller steckten. Doch es war nur eine Momentaufnahme. In der Rückrunde gelang der Mannschaft ein unglaublicher Entwick- lungssprung. Daher ist diese Saison bisher auch Zachries‘ persönli- ches Highlight und nicht etwa die Spiele um die Deutsche Meister- schaft: „Das Endspiel war ein tolles Erlebnis, aber 2016/2017 war trotzdem schöner. Wir haben im Abstiegskampf gesteckt, doch die Mädels haben sich reingebissen und eine souveräne Rückserie ge- spielt. Als Trainerin hat man gemerkt, dass man wirklich was be- wegt und geleistet hat.“ Auch in der laufenden Saison hat das Duo Kluge/Zachries einiges geleistet. Nach einer hervorragenden Hinserie ist die erneute Teil- nahme an der Meisterschaftsendrunde möglich. Auch wenn dieser Gedanke noch weit weg ist. „Man mag eigentlich gar nicht drü- ber reden, aber eine Finalteilnahme wäre nochmal ein Gänsehaut- moment“, schwärmt Zachries. Ihr und dem Team wäre das auf jeden Fall zu wünschen… Marcel Kuhnt Trainer Alexander Kluge und Co-Trainerin Annette Zachries (li.) betreuen bereits seit 2011 gemeinsam Werders U-17-Juniorinnen. Foto: M. Rospek Foto: D. Haß
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