Rheinisches Ärzteblatt 05/2026

Rheinisches Ärzteblatt / Heft 5 / 2026 15 Spezial Gesundheit mit Fakten stärken In sozialen Medien verbreiten immer mehr selbsternannte „Gesundheitsexperten“ medizinische Inhalte, deren Seriosität für Laien oft schwer einzuschätzen ist. Demgegenüber stehen Ärztinnen und Ärzte, die auf TikTok, Instagram und Co. mit wissenschaftlich fundierten Beiträgen über medizinische Sachverhalte informieren und zur Gesundheitskompetenz der Bevölkerung beitragen. Um solche qualitätsgesicherten Inhalte zu fördern und andererseits vor Desinformation zu warnen, haben die Ärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe erstmals einen Preis für Medfluencer aus NRW ausgeschrieben. von Marc Strohm „Müdigkeit, Hautprobleme oder Verdauungsstörungen – dahinter stecken häufig unbemerkte Parasiten, unter denen neun von zehn Menschen leiden.“ Das behauptet ein Influencer im Arztkittel in einem kurzen TikTok-Video und empfiehlt entsprechende Kräuterkuren, die er selbst vertreibt. Ein anderer selbsternannter „Gesundheitsexperte“ warnt vor angeblich krebserregenden Eigenschaften von Samenölen – ebenfalls ohne wissenschaftliche Grundlage. Gesundheitsinformationen aus dem Netz Für junge Menschen sind soziale Medien eine zentrale Quelle für Nachrichten. Eine Studie des Leibniz-Instituts für Medienforschung zeigt beispielsweise, dass sich ein Großteil der 18- bis 34-Jährigen vor allem über YouTube und Instagram informiert. Auch im Bereich Gesundheit gibt es inzwischen ein kaum überschaubares Angebot an Inhalten. Gleichzeitig fällt es vielen jungen Nutzerinnen und Nutzern schwer, die Richtigkeit medizinischer Aussagen zu beurteilen. Vor diesem Hintergrund haben es sich Ärztinnen und Ärzte als sogenannte „Medfluencer“ zur Aufgabe gemacht, Gesundheitsthemen kreativ aufzubereiten und so das Wissen der Nutzerinnen und Nutzer zu stärken – so wie Doc Esser und Dr. Nibras Naami. Foto groß: pixdeluxe/istockphoto.com Foto klein: Doc Esser (l) und handfussmund (r) auf Instagram

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