10 Rheinisches Ärzteblatt / Heft 6 / 2026 Magazin – Studium und Berufseinstieg Griaß eich! Das letzte Tertial meines Praktischen Jahres (PJ) habe ich in Villach in Österreich verbracht. Bei mir stand das chirurgische Tertial noch aus, und so landete ich in der Unfallchirurgie. In einer wintersportaktiven Region bedeutet das vor allem eines: Ski, Snowboard, Rodeln. Und leider auch alles, was dabei schiefgehen kann. Das hätte ich mir wohl eigentlich schon denken können, aber über die wirklich zahlreichen Fälle war ich doch überrascht und infolgedessen anfänglich ausgesprochen unsicher auf meinen eigenen Skiern. Im Krankenhaus hatten wir PJler erfreulich viele Freiheiten und konnten uns in den Bereichen einbringen, die uns am meisten interessierten. In der Ambulanz mit ihren drei Untersuchungskojen herrschte ein reges Kommen und Gehen. Hier standen vor allem die körperliche Untersuchung, das Befunden zahlreicher Röntgenbilder sowie die Planung des weiteren Procederes im Vordergrund. In der Wundversorgung reichte das Spektrum von Schnitt-, Platz- und Quetschwunden bis hin zu Tierbissen. Im Laufe der Zeit durften wir die Wunden auch selbst versorgen und nähen – ein Moment, der sich irgendwo zwischen Stolz und der leisen Hoffnung bewegte, dass der Knoten nicht nur gut aussieht, sondern auch wirklich hält. Was natürlich auch nicht fehlen darf, ist die Arbeit im OP – inklusive Pausenraum mit Blick auf den Dobratsch, den Villacher Hausberg. Im OP selbst geht es erstaunlich handwerklich zu: Es wird gebohrt, geschraubt, gehämmert und gemeißelt. Ich mag diese sehr logische, mechanische Vorgehensweise, bei der man häufig einen direkten Effekt beoHausärztinnen- und Hausärzteverband Forum Weiterbildung Das Forum Weiterbildung wurde 2014 mit dem Ziel gegründet, die Positionen und Interessen des hausärztlichen Nachwuchses in die Arbeit des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes (HÄV) einzubringen. Zweck und Aufgabe des Forums ist es dabei, die Rahmenbedingungen der Weiterbildung zur Fachärztin oder zum Facharzt zu verbessern. Die Mitglieder, bestehend aus mindestens einem Vertreter oder einer Vertreterin pro Landesverband, treffen sich hierzu zweimal im Jahr bei den Delegiertenversammlungen des HÄV und setzen neben der Erarbeitung von Positionen auch eigene Projekte und Konzepte um. Dazu gehört zum Beispiel die Seminarreihe „Werkzeugkasten Niederlassung“ mit inzwischen 17 Modulen, die junge Hausärztinnen und Hausärzte auf dem Weg in die eigene Praxis unterstützt. Der kostenlose „Leitfaden für angehende Hausärztinnen und Hausärzte“ gibt hilfreiche Tipps vom Studium bis zur Niederlassung und enthält über 80 praktische Checklisten. Als neues Projekt wird in diesem Jahr erstmals der Preis für exzellente Weiterbildung vergeben. Weiterbilderinnen und Weiterbildern soll die verdiente Anerkennung für ihr Engagement zuteilwerden und gleichzeitig sollen andere Praxen durch die Positivbeispiele inspiriert werden. In Nordrhein sind Vanessa Schaffrath und die Autorin dieses Artikels die Vertreterinnen des Forums Weiterbildung. Hier wird eine Kooptierung mit Teilnahme an den Vorstandssitzungen ermöglicht, die dazu führt, dass die Perspektive des Nachwuchses direkt mit in die Arbeit im Vorstand einfließt und gleichzeitig eine Heranführung an die Berufspolitik erfolgt. Seit 2025 sind die nordrheinischen Vertreterinnen des Forums Weiterbildung auch Vorstandsmitglieder des HÄV Nordrhein. Seitdem wurde zum Beispiel das Mentoring Programm neugestaltet Mail aus Villach Hannah Stamm Foto: privat bachten kann. Besonders beeindruckte mich dabei, wie diese zunächst eher grob anmutende Arbeit auf kleinster und sehr filigraner Ebene umgesetzt wird, etwa bei Eingriffen an der Hand. Ebenso faszinierend ist die Möglichkeit, arthroskopische Eingriffe an nahezu jedem Gelenk durchzuführen. Jetzt bin ich seit ein paar Tagen wieder in Deutschland, hadere noch etwas mit dem rheinischen Flachland und vermisse gelegentlich den Blick auf verschneite Gipfel. Die nächsten Wochen werde ich nun erst einmal wieder am Schreibtisch verbringen und mich auf das letzte Examen des Studiums vorbereiten, bevor es dann anschließend auf die Suche nach der ersten Stelle als Assistenzärztin geht – bevorzugt in der Gynäkologie oder Inneren Medizin in und um Köln. Falls also jemand jemanden kennt oder selbst auf der Suche ist: Meldet euch gerne bei mir – ich wäre bereit! Bis dahin: Pfiat‘s eich und baba. Wie erlebt Ihr das Medizinstudium? Schreibt mir unter medizinstudium@ aekno.de Organisationen der Jungmediziner Das Rheinische Ärzteblatt stellt an dieser Stelle in loser Folge Organisationen und Vereinigungen vor, die die Interessen von Medizinstudierenden sowie von Ärztinnen und Ärzten in Weiterbildung vertreten und sie in ihrer medizinischen Laufbahn unterstützen. bre und der „Kompass“ Primärversorgung entwickelt. Verschiedene Programme unterstützen junge Hausärztinnen und -ärzte vom Studium über die Weiterbildungszeit bis zur Niederlassung oder der Praxisübergabe. Weitere Informationen unter https://www.hausaerztenordrhein.de. Wer Interesse hat, sich im Forum Weiterbildung einzubringen oder Fragen zur Weiterbildung hat, melde sich unter info@hausaerzte-nordrhein.de. Gwen Rabe D r. Gwen Rabe ist Fachärztin für Allgemeinmedizin, Vorstandsmitglied im Hausärztinnen- und Hausärzteverband Nordrhein sowie Vertreterin für Nordrhein im Forum Weiterbildung.
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