Magazin Rheinisches Ärzteblatt / Heft 6 / 2026 9 Malteser Mehr Menschen ohne Versicherung Die „Malteser Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung“ (MMM) hat im Jahr 2025 fast zehn Prozent mehr nicht krankenversicherte Menschen behandelt als im Jahr zuvor. Wie die Hilfsorganisation mitteilt, suchten 17.900 Personen erstmals oder zum wiederholten Mal eine der bundesweit 21 Ambulanzen für Nichtversicherte auf. Mehr als 1.000 Schwangere und 1.200 Kinder und Jugendliche im Alter bis 18 Jahre seien von MMM behandelt worden. Die meisten Patienten stammten aus EU-Ländern, gefolgt von Asien und dem übrigen Europa. Rund die Hälfte hatte einen legalen Aufenthaltsstatus, knapp 33 Prozent waren ohne Aufenthaltsstatus und bei 20 Prozent lagen keine Angaben vor. HK Arzneimittel Aktionsplan fortgeschrieben Das Bundeskabinett hat kürzlich den Aktionsplan 2026–2029 des Bundesministeriums für Gesundheit zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) beschlossen. Die Bundesärztekammer und die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft begrüßten die Fortschreibung des Aktionsplans. Zu dessen Schwerpunkten zählen die Stärkung der AMTS-Forschung und die Weiterentwicklung des digitalen Medikationsprozesses. Dem Aktionsplan zufolge sollen auch die Risiken bei Polymedikaton und das sichere Absetzen von Arzneimitteln in den Blick genommen werden. HK Bernd Zimmer Verfechter des freien Arztberufs und Förderer der MFA-Ausbildung Fortbildung in Essen Von der Reparaturmedizin zur Prävention Die berufliche Unabhängigkeit von Ärztinnen und Ärzten, das besondere Vertrauensverhältnis zu den Patientinnen und Patienten und die Bedeutung starker, gut qualifizierter Praxisteams für die medizinische Versorgung prägten und prägen noch immer das berufspolitische Engagement von Bernd Zimmer. Der langjährige Vizepräsident der Ärztekammer Nordrhein (2009 bis 2024) und amtierende Vorsitzende des Verbandes freier Berufe NRW wird am 2. Juni 70 Jahre alt. Geboren in Wuppertal, studierte Zimmer in Düsseldorf Medizin und wurde 1982 approbiert. 1986 ließ er sich in seiner Heimatstadt als Allgemeinarzt nieder. Zu seinen Tätigkeitsschwerpunkten zählte unter anderem die Geriatrie, für deren Ausbau er sich auch berufspolitisch einsetzte. Besonders am Herzen liegt Zimmer als Vorsitzendem des Berufsbildungsausschusses weiterhin die Förderung des Ausbildungsberufs der Medizinischen Fachangestellten (MFA). Als Vizepräsident setzte er sich insbesondere dafür ein, Möglichkeiten der Weiterqualifizierung für MFA zu fördern. „Fort- und Weiterbildung sind motivationsstärkend, weil junge Menschen dauerhaft Verantwortung übernehmen möchten und Bernd Zimmer, ehemaliger Vizepräsident der Ärztekammer Nordrhein und amtierender Vorsitzender des Verbandes freier Berufe NRW, wird am 2. Juni 70 Jahre alt. Foto: Jochen Rolfes Wie lässt sich das Missverhältnis zwischen Rekordausgaben für eine reine Reparaturmedizin und dem Mangel an Prävention und nachhaltiger Gesundheitsvorsorge auflösen? Diese Frage stand im Zentrum der Fortbildungsveranstaltung der Kreisstelle Essen der Ärztekammer Nordrhein unter dem Titel „Prävention – was gibt es, was geht noch?“. Dr. Arndt Berson, Vizepräsident der Kammer, mahnte einen „Präventions-Kulturwandel“ an. Trotz hoher Ausgaben liege die Lebenserwartung in Deutschland im Vergleich zu anderen OECD-Staaten nur im Mittelfeld – ein deutliches Indiz für ungenutzte Potenziale. Professor Dr. Christian Berg verdeutlichte die Relevanz der Primärprävention: Eine Optimierung klassischer Risikofaktoren könne Ereignisse wie Herzinfarkt oder Tod um zehn bis 15 Jahre hinauszögern. Denberufliche Perspektiven brauchen“, schrieb er 2023 in einem der letzten Editorials in seiner Amtszeit als Vizepräsident der Ärztekammer Nordrhein im Rheinischen Ärzteblatt. vt noch dominiere die „Reparaturmedizin“, die oft erst bei irreversiblen Spätfolgen eingreife. Ein Beispiel für moderne Sekundärprävention lieferte Priv.-Doz. Dr. Lars Hagmeyer mit dem neu eingeführten Lungenkrebs-Screening mittels Niedrigdosis-CT für Hochrisikogruppen. Ziel dieses Programms ist es, Tumore in frühen Stadien zu entdecken. Einigkeit herrschte bei den politischen Forderungen: Um die Verhältnisprävention zu stärken, forderten die Experten unter anderem Werbebeschränkungen für ungesunde Lebensmittel sowie eine höhere Besteuerung von Tabak, Alkohol und Zucker. Ziel müsse es sein, Gesundheit statt Krankheit in den Mittelpunkt des Handelns zu stellen. Ausführlicher Bericht unter: www.aekno.de/ aerztekammer/kreisstellen/kreisstelle-essen/ aktuelles usa
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