Rheinisches Ärzteblatt / Heft 6 / 2026 35 An Rhein und Ruhr Köln Römer am Rhein Das linksrheinische Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalen gehörte seit der Eroberung durch Caesar im Jahr 55 v. Chr. rund 500 Jahre lang zum Römischen Reich. Um 85 n. Chr. wurde die Region mit Teilen der Niederlande, Belgiens und einem Stück von Rheinland-Pfalz zur Provinz Niedergermanien (Germania inferior). Hauptstadt und Sitz des Provinzstatthalters war die Colonia Claudia Ara Agrippinensium (CCAA), das heutige Köln. Deshalb finden sich noch heute Zeugnisse der Römer überall in der Stadt: der Helenenturm, die Eifelwasserleitung, der Römerturm oder der Römertorbogen. Auf Spuren der Römer am Rhein stößt man vor allem unter der Erde. 1941 kamen bei der Anlage eines Luftschutzbunkers unmittelbar neben dem Dom die fast zwei Millionen Steine des Dionysos-Mosaiks ans Tageslicht. Vor rund 1.800 Jahren zierte es den Fußboden einer Stadtvilla. Heute ist es Teil des Römisch-Germanischen Museums in Köln. Auch 2023 fand man römische Relikte. Bei Grabungen zu einem Brunnen am Neumarkt kam das Bad einer römischen Villa zum Vorschein – inklusive römischer Fußbodenheizung. Weitere Informationen auf https://www.roemisch-germanisches- museum.de/Startseite vt Monheim Spätantike Militärarchitektur Wie das Kastell Haus Bürgel ursprünglich hieß, weiß heute niemand mehr, doch bis heute ist es Zeugnis spätantiker Militärarchitektur. Vermutlich unter Kaiser Konstantin I. zur Befestigung der Rheingrenze gebaut, wurde das Militärkastell um circa 400 n. Chr. aufgegeben. Mittlerweile beherbergt Haus Bürgel nicht nur das Römische Museum, sondern auch eine der etwa 40 biologischen Stationen in Nordrhein-Westfalen sowie eine Kaltblutzucht. Der Kern des antiAuf den Spuren des Imperium Romanum Rund 500 Jahre lang prägte das Römische Reich das Leben am Rhein. Der Fluss diente den Römern als natürliche Grenze; entlang seines Verlaufs errichteten sie ihre Grenzanlagen, den Limes. Im Jahr 2021 wurde der Niedergermanische Limes in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Anlässlich des fünfjährigen Jubiläums hat sich das Rheinische Ärzteblatt auf die Spuren der Römer im Rheinland begeben. MST Zum fünften Jubiläum der Aufnahme des Niedergermanischen Limes in die UNESCO-Welterbeliste findet in Xanten ein Limesfest statt. Foto: Axel Thünker DGPh ken Gussmauerwerkes ist in das neuzeitliche Gebäude von Haus Bürgel integriert und zu Teilen gut sichtbar. Auf dem archäologischen Außenpfad sind die Position mehrerer Türme, eines Tores und des einstigen Kastellbades markiert. Im Innenhof von Haus Bürgel findet sich das Fundament der ehemaligen Maternuskapelle. Im historischen Nutzgarten wachsen Gemüse- und Kräuterpflanzen der Germanen und Römer und Themenführungen erzählen mehr über die wechselnden Speise- und Ernährungsgewohnheiten in der 2000-jährigen Geschichte des Hauses. Mehr zu Haus Bürgel finden Sie auf https://hausbuergel.de/. jf Das Dionysos-Mosaik ist aktuell aufgrund von Sanierungsarbeiten des Stammhauses abgedeckt, um es zu schützen. Foto: @Maurice Cox DGPh Xanten Roms Legionen kehren zurück Am 13. und 14. Juni erwacht die einstige römische Stadt Colonia Ulpia Traiana im heutigen Xanten zu neuem Leben. Beim Limesfest im Archäologischen Park Xanten lassen mehr als 400 Legionäre, Handwerker und Händler die römische Vergangenheit lebendig werden. Sie vermitteln die Vielfalt des römischen Alltags in der ehemaligen Grenzstadt. Die Legionäre geben Einblicke in das Leben im Heerlager und demonstrieren unter anderem Schießübungen mit großen Katapulten. Zu den Höhepunkten des Limesfestes zählen Truppenparaden sowie Reiterspiele. Ergänzt wird das Programm durch zahlreiche Mitmachaktionen. Weitere Informationen zum Limesfest unter: www.apx.lvr.de MST
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