Rheinisches Ärzteblatt 06/2026

36 Rheinisches Ärzteblatt / Heft 6 / 2026 Kulturspiegel tor mit seinen gekonnt vorgespielten aber nicht vorhandenen Fremdsprachenkenntnissen überzeugt hat, schnappt er dem bisherigen Pagen „Armand“, gespielt von dem verdutzt dreinblickenden Sören Wunderlich, dessen Arbeitsplatz und obendrein die pinke Uniform weg. Damit ist der Weg frei für den jungen, charmanten Mann, sich wie die Spinne im Netz ein Opfer nach dem anderen an Land zu ziehen, wobei die Damen und Herren ganz offenkundig die Aufmerksamkeit genießen, die Krull ihnen widmet oder auch wieder entzieht. Eins ums andere Mal muss Krull über die Buchstaben von „cuvée“ vor den Verehrerinnen und Verehren fliehen, die ihre Finger nicht von ihm lassen können. I nformationen unter www.theater-bonn.de oder Tel.: 0228 77 80 08 im Weg. Er ist mehr Schein als Sein. Sein Vater, ein Schaumweinproduzent, betrieb sein Geschäft auf ähnliche Weise, wie der Sohn sein Leben führt. Das aufwendig gestaltete Etikett auf seinen Sektflaschen versprach einen edlen Tropfen. Der Inhalt war mehr als mau, was der Firma auf lange Sicht nicht guttat. Der Vater ging bankrott und beging daraufhin Selbstmord. Der Jüngling Felix überredete den Stadtpfarrer, seinem armen Vater dennoch ein gebührendes Begräbnis in geweihter Erde zu ermöglichen. Nachdem Krull sich erfolgreich um den Wehrdienst herumgemogelt hat, startet er durch. Er geht nach Paris, wo er sich daran macht, in höhere gesellschaftliche Kreise aufzusteigen. Doch muss er ganz unten als Hotelpage anfangen. Nachdem er den HoteldirekSchlank und fein inszeniert Hanna Müller den Roman „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ auf der Werkstatt-Bühne des Theaters Bonn. von Jürgen Brenn Der Bonner Bühnen- und Kostümbildner Sebastian Ellrich hat sich etwas ganz Besonderes für die Inszenierung des Romanfragments „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ von Thomas Mann ausgedacht. Das Stück, das derzeit am Theater Bonn in einer Inszenierung von Hanna Müller zu sehen ist, wird in der Theater-Werkstatt gezeigt. Auf die kleine Bühne hat Ellrich eine abstrakte rund 1,5 Meter hohe und etwa 80 Zentimeter tiefe Bergund-Tal-Bahn mit glänzender, pinker Oberfläche gestellt. Die elegant geschwungenen Formen, die ineinander übergehen und sich als Gesamtkunstwerk quer über die Bühne ziehen, entpuppen sich auf den zweiten Blick als das Wort „cuvée“. In Deutschland werden als Cuvée Weine bezeichnet, die aus verschiedenen Rebsorten gemischt werden. Ursprünglich meinte man mit einer „cuvée“ den Inhalt des Gärbottichs, also das Ausgangsprodukt für die Herstellung eines edlen Tropfens. Vor diesem Hintergrund lässt sich das Bühnenbild in verschiedene Richtungen deuten. Der Text war anfangs als Novelle geplant, wurde dann zum Roman und blieb dennoch bis zum Tod Manns im Jahr 1955 ein Fragment. Paul Michael Stiehler spielt Felix Krull in Bonn, intensiv und doch lässig, wie aus dem Handgelenk geschüttelt. Krull erzählt anhand von Episoden aus seinem Leben, wie er zu dem wurde, der er ist und auch sein wollte. Seine Mutter, gespielt von Ursula Grossenbacher, erkannte früh die Talente des kleinen Felix und bemerkte dabei nicht, wenn er ihr eine Krankheit vorspielte, um nicht in die Schule gehen zu müssen. Er habe eine „Glückshaut“, die ihn auf der Karriereleiter des Lebens beschützen werde. Die Glückshaut besteht vor allem aus Felix‘ Gabe zu erkennen, was sein Gegenüber in ihm sehen möchte und dann genau das zu sein. Zugleich manipuliert er seine Mitmenschen virtuos, um das zu erreichen, was er will. Dabei steht ihm kein schlechtes Gewissen Ein Wolkenkuckucksheim in Pink Paul Michael Stiehler (ganz links) wickelt als Felix Krull im Laufe der Handlung so manche seiner Mitmenschen ein; v. l.: Lena Geyer, Sören Wunderlich, Ursula Grossenbacher. Foto: Matthias Jung Die Brühler Schlosskonzerte 2026 – Kartenverlosung Seit Mai läuft bis 26. Juli das erweiterte Haydn-Festival im Rahmen der Brühler Schlosskonzerte. An jedem zweiten Wochenende finden jeweils von Freitag bis Sonntag Konzerte im Brühler Schloss Augustusburg statt. Dabei steht traditionell die Musik von Joseph Haydn im Mittelpunkt. Aber auch Werke aus Barock, Romantik und Jazz stehen auf dem abwechslungsreichen Programm. Am Samstag, 11. und Sonntag, 12. Juli 2026 finden HofmusikKonzerte mit dem Ensemble La Fonte und Solisten statt. Auf dem Programm des Originalklangensembles unter der Leitung von Fabrizio Ventura stehen unter anderem Werke von Christoph Willibald Gluck und Joseph Haydn. Sämtliche Informationen zu den einzelnen Konzerten sind unter www.schlosskonzerte.de zu finden. Kartenverlosung: Das Rheinische Ärzteblatt verlost unter seinen Leserinnen und Lesern 2 x 2 Eintrittskarten für das Hofmusik-Konzert im Rahmenm des Haydn-Festivals am Samstag, 11. Juli 2026 um 19.30 Uhr im Treppenhaus des Schlosses Augustusburg. Teilnahmebedingungen: Bitte senden Sie eine Postkarte mit Ihrer Adresse und dem Stichwort „La Fonte“ an Ärztekammer Nordrhein, Redaktion Rheinisches Ärzteblatt, Tersteegenstr. 9, 40474 Düsseldorf. Einsendeschluss: Samstag, 20. Juni 2026. Die Gewinner werden benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. bre Das Barockorchester La Fonte bestreitet mit Solisten die Hofmusik-Konzerte im Treppenhaus des Schlosses Augustusberg. Foto: Daniel Glowotz

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