Magazin Rheinisches Ärzteblatt / Heft 7 / 2026 7 131. Deutscher Ärztetag 2027 Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt werden Schwerpunktthema Nach der Schilderung von Medizinstudentinnen über Grenzverletzungen und Übergriffe von Teilnehmern des 130. Deutschen Ärztetages Mitte Mai in Hannover wird das Ärzteparlament im nächsten Jahr in Wiesbaden das Thema „Machtmissbrauch, sexualisierte Gewalt und Diskriminierung“ zu einem Schwerpunkt machen. Grenzüberschreitendes Verhalten, sexuelle Belästigung sowie jede Form verbaler oder körperlicher Übergriffe seien absolut inakzeptabel und mit dem Selbstverständnis des ärztlichen Berufs unvereinbar, teilten die Bundesärztekammer und die 17 Landesärztekammern in einer gemeinsamen Erklärung mit. Man werde die Betroffenen bei der Aufarbeitung der konkreten Vorfälle umfassend unterstützen. Um Übergriffe in Zukunft zu verhindern, wollen die Kammern verbindliche Verhaltenskodizes für Veranstaltungen entwickeln und unabhängige Vertrauenspersonen für Betroffene benennen. Eine Umfrage des Marburger Bundes hatte Mitte Jugendliche nutzen KI als Gesundheitsratgeber Fast jeder zweite Jugendliche hat bereits einen KI-Chatbot zu Gesundheitsfragen genutzt. Das zeigt die aktuelle Sinus-Jugendstudie der BARMER. Demnach gaben 48 Prozent der 14- bis 17-Jährigen an, bei Symptomen oder Gesundheitsfragen eine KI konsultiert zu haben. 53 Prozent halten die vorgeschlagenen Gesundheitstipps für tendenziell vertrauenswürdig. Zudem haben 16 Prozent bereits KI-Anwendungen genutzt, die bei psychischen Belastungen helfen sollen. Insgesamt ist der Studie zufolge die KINutzung stark gestiegen. Rund die Hälfte der Jugendlichen verwendet entsprechende Anwendungen regelmäßig oder täglich. 2023 waren es erst 20 Prozent. MST Kurz gemeldet Gruppentherapie etabliert Die 2020 eingeführte gruppenpsychotherapeutische Grundversorgung hat sich etabliert und wird vor allem in der Erwachsenenpsychotherapie genutzt. Das geht aus einem Evaluationsbericht des Gemeinsamen Bundesausschusses hervor. Demnach wurde das Angebot zwischen 2021 und 2024 zunehmend in Anspruch genommen. Knapp 73 Prozent der Patienten nahmen nach der gruppenpsychotherapeutischen Grundversorgung eine Richtlinientherapie in Anspruch. 43 Prozent erhielten eine Kombination aus Einzel- und Gruppentherapie. Die gruppenpsychotherapeutische Grundversorgung wurde als niedrigschwellige Leistung eingeführt und ist anzeige-, antrags- und genehmigungsfrei. MST Heilmittelkosten deutlich gestiegen Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Heilmitteltherapien sind deutlich gestiegen, während über die Versorgungsqualität weiterhin nur wenig bekannt ist. Zu diesem Fazit kommt der Heilmittel-Report 2026 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK. Demnach beliefen sich die Ausgaben der GKV im Jahr 2024 auf rund 13,3 Milliarden Euro. Innerhalb von zehn Jahren haben sie sich damit mehr als verdoppelt. Im Jahr 2015 lagen sie noch bei rund sechs Milliarden Euro. Insbesondere die 2024 eingeführte Blankoverordnung für bestimmte Leistungen in der Ergo- und Physiotherapie führe zu höheren Kosten, während ihr Nutzen bislang unklar sei, so der Report. MST Facharztprüfungen Anmeldeschluss und Termine Der nächste zu erreichende Prüfungszeitraum zur Anerkennung von Facharztkompetenzen, Schwerpunktbezeichnungen und ZusatzWeiterbildungen bei der Ärztekammer Nordrhein ist vom 14. bis 18. September 2026. Anmeldeschluss: Freitag, 24. Juli 2026 Ärztinnen und Ärzte, die zur Prüfung zugelassen sind, erhalten eine schriftliche Ladung mit dem genauen Prüfungstermin und der Uhrzeit mindestens 14 Tage vorher. www.aekno.de/Weiterbil dung/Pruefungen ÄkNo Lösungen zur Kasuistik Folge 88 Rezidivierende Infekte, zunehmende Müdigkeit und Knochenschmerzen bei einer 65-jährigen Patientin Richtige Antworten: 1c, 2c, 3d, 4b, 5c, 6c, 7c, 8b, 9b, 10b Folge 89 der Reihe finden Sie in dieser Ausgabe auf S. 27 und im Internet unter www.aekno.de/cme. bre Unikliniken Höhere Gehälter für Ärzte Der Marburger Bund und die Tarifgemeinschaft der Länder haben sich für die Ärztinnen und Ärzte an den landeseigenen Universitätskliniken auf eine Gehaltserhöhung in zwei Schritten geeinigt. Rückwirkend zum 1. April 2026 steigen die Gehälter um 2,95 Prozent, ab 1. September 2027 gibt es weitere 2,45 Prozent mehr. An den Unikliniken in Hamburg, Berlin, Mainz und Hessen gelten abweichende Regelungen. HK April belegt, dass Machtmissbrauch und sexuelle Belästigung ein strukturelles Problem im Klinikalltag sind. „Wir müssen uns als Ärzteschaft den Umfrageergebnissen und den Schilderungen der Medizinstudentinnen stellen“, erklärte der Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Dr. Sven Dreyer. „Wir brauchen eine Kultur des Hinsehens und Ansprechens von Fehlverhalten. Das muss selbstverständlich werden – für Führungskräfte ebenso wie für Kolleginnen und Kollegen.“ HK Kein Platz für Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt: Die Ärztekammern beziehen Position. Grafik: arcady_31/istockphoto.com
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