Magazin 10 Rheinisches Ärzteblatt / Heft 8 / 2026 Magazin – Studium und Berufseinstieg Wie viel kann ein Plastikstuhl tragen? Die Patientin sitzt in der Mitte des Untersuchungsraumes der Hauttumorambulanz und knibbelt an der linken oberen Ecke ihres dicken Ordners, während die Ärztin ihre mitgebrachten Unterlagen durchgeht. Die Patientin sitzt dort kerzengerade und folgt den Augen der Ärztin, die jetzt schon zum dritten Mal über die schlechten Nachrichten aus dem Tumorboard rollen. Es braucht etwas Zeit, bis die Ärztin die Worte gefunden hat, der Patientin die neuen Befunde zu übersetzen: „Es sind zwei neue Hirnmetastasen gefunden worden.“ Die Augen der beiden Frauen treffen sich kurz, dann huschen die Augen der Ärztin zurück zum Computerbildschirm und die Patientin lässt sich von der Rückenlehne des Plastikstuhls auffangen. Ein sehr schwerer Moment für alle im Raum. Ich sitze in der Ecke hinter der Ärztin und fühle mich ganz fehl am Platz. Ich will, dass dieser Moment wieder leichter wird, dass jetzt irgendetwas Gutes geschieht und aufgeatmet wird. Ich will irgendwie helfen, aber das ist nicht meine Rolle. Also schlucke ich meine Gedanken herunter und folge dem Moment zwischen Ärztin und Patientin noch aufmerksamer. Es werden viele Fragen durch die Luft geworfen und von der Ärztin aufPaten gesucht Internationaler Austausch mit Bonner Region Seit dem Wintersemester 2025/2026 bringt das Studienförderproramm „iStudy Family and Friends“ der Universität Bonn internationale Studierende mit Menschen aus Bonn und der Region Rhein-Sieg zusammen. Dabei konnten seit dem Start 125 Studentinnen und Studenten aus 40 Ländern mit 33 Patinnen und Paten zusammengebracht werden, wie die Universität mitteilte. Eine Patin lud beispielsweise mehrere internationale Studierende Mail aus Bonn Lüko Fischer Foto: privat Kompetenzzentrum Seminare für angehende Hausärzte Das Kompetenzzentrum Weiterbildung Allgemeinmedizin Nordrhein bietet regelmäßig evidenz-basierte und interaktive kostenfreie Seminare für Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung für die Fächer Allgemeinmedizin sowie Kinder- und Jugendmedizin an. Am Mittwoch, 12. August 2026 bietet das Kompetenzzentrum die OnlineFortbildung „Reisemedizin inklusive Impfungen für Reisen in der Hausarztpraxis“ an. Das Seminar startet um 16.30 Uhr mit einem Selbststudium bevor ab 18 Uhr zwei interaktive Vorträge zu den Themen „Reisemedizinische Beratung in der Hausarztpraxis“ und „Neues aus der STIKO und zur Reisemedizin“ auf dem Programm stehen. „Arzneimittelmanagement mit Notfällen und klimasensiblen Aspekten“ ist ein weiteres Online-Seminar, das am Mittwoch, 26. August 2026 vom Kompetenzzentrum angeboten wird. Die Vorträge beschäftigen sich mit der Pharmakotherapie in der Praxis und mit „Arzneimittelmanagement und Dokumentation“. Die Anmeldung erfolgt über www.kompetenzzentrumnordrhein.de. bre zum Abendessen ein. Ein Ehepaar öffnete an Heiligabend seine Tür für junge Menschen, die Weihnachten fernab ihrer Familien verbringen mussten. Das Patenprogramm „Family and Friends“ soll internationale Studierende beim Ankommen in Deutschland unterstützen und den Austausch mit den Menschen aus der Region fördern. Durch die persönlichen Patenschaften entstünden Kontakte, die soziale Integration, interkulturelles Verständnis und gesellschaftliche Teilhabe stärkten. Das iStudy-Team organisiert zahlreiche Workshops für die Studierenden sowie gemeinsame Aktivitäten und sucht weitere Interessierte, die sich als Paten in das Programm einbringen. Zum Beispiel findet das nächste Vernetzungstreffen zum Kennenlernen am 21. November 2026 statt. Wer Patin oder Pate werden möchte, kann sich allein, als Paar oder als Familie anmelden und selbst entscheiden, ob eine oder mehrere Studierende begleitet werden sollen. https://uni-bonn.de/istudy, E-Mail: istudy@uni-bonn.de. bre Internationale Studierende an der Uni Bonn lernen in ungezwungener Atmosphäre Menschen aus der Region Bonn, Rhein-Sieg kennen, die ihnen beim Ankommen in der fremden Umgebung helfen. Foto: Klarisse Roth/Universität Bonn gefangen. Es wird nichts beschönigt, niemand in dem Raum kann etwas für diese Krankheit. Das Therapieschema wird zum dritten Mal erklärt, bis der Patientin keine Fragen mehr einfallen. Es braucht knapp eine dreiviertel Stunde bis die Patientin wieder den Mut aufbringen kann, bei alldem mitzugehen. Dabei fällt mir auf, dass es nicht die vielen Antworten auf die Fragen oder die vielen Erklärungen waren, die das Vertrauen zwischen Ärztin und Patientin wiederhergestellt haben. Es war die Zeit, die Ruhe, die Ehrlichkeit über das Stadium der Krankheit, das Gefühl von „wir stecken da zusammen drin“, das Sehen ihrer Sorgen, und es war die Ärztin, an die sich die Patientin besser anlehnen konnte, als an die Rückenlehne des Plastikstuhls. Wie erlebt Ihr das Medizinstudium? Schreibt mir unter medizinstudium@ aekno.de
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