Rheinisches Ärzteblatt 10/2026

38 Rheinisches Ärzteblatt / Heft 10 / 2026 An Rhein und Ruhr Mechernich Bergbaugeschichte rund um das „Eifelgold“ Tief unter Mechernich macht die ehemalige Grube Günnersdorf die Geschichte des Bleierzbergbaus in der Eifel erfahrbar. Während des Zweiten Weltkrieges dienten Teile der stillgelegten Grube als Luftschutzanlage und sogar als unterirdisches Notkrankenhaus mit Apotheke, Operationsraum, Küche und Krankenlager. Heute erzählen die erhaltenen Spuren vom schwierigen Arbeitsalltag beim Abbau des „Eifelgoldes“. Die Grube Günnersdorf wurde 1957 geschlossen – aber noch heute lagern in der Gegend die größten Bleivorkommen Europas. Die Dauerausstellung zeigt zahlreiche Stücke aus der Zeit des aktiven Erzabbaus in Mechernich. Bergbaumuseum, Bleibergstraße 6, 53894 Mechernich. Weitere Informationen auf www.bergbaumuseum-mechernich.de vt Ennepetal Höhlenforschung tri« Medizin Wo heute Besucherinnen und Besucher durch ein rund 385 Millionen Jahre altes versteinertes Korallenriff wandern, suchten Menschen im Zweiten Weltkrieg Schutz vor Luftangriffen. Die Kluterthöhle im Ennepetal bietet durch ihre nahezu staub- und allergiefreie Luft nicht nur ein gutes Raumklima. Bekannt und beliebt ist sie vor allem wegen ihrer verschiedenen Touren durch das verzweigte Höhlensystem. Highlights sind dabei die unterirdischen Seen sowie zahlreiche Fossilien. Für die Abenteurer unter den Besuchern gibt es zusätzlich zu den zwei Standard-Touren noch vier Actionführungen. Die schwierigste ist erst ab 16 Jahren buchbar: Dabei robben und kriechen die Mutigen teils in völliger Dunkelheit und absoluter Stille. Neben derartigen Aktivitäten spielt auch das Thema Gesundheit eine Rolle. Zahlreiche Patientinnen und Patienten mit Post- und Long-Covid-Syndrom sowie Atemwegserkrankungen oder Allergien nutzen die Wirkung der Höhlenluft, um ihre Beschwerden zu lindern. Zeitreise im Bergbau-Ambiente: Der Zeittunnel Wülfrath verbindet Erdgeschichte mit der Geschichte der regionalen Kalkindustrie. Foto: Peter Marschall Wülfrath Unterwegs im Zeittunnel Der Zeittunnel Wülfrath befindet sich im alten Abbautunnel des Kalksteinbruchs Bochumer Bruch. In außergewöhnlicher Atmosphäre und mithilfe von Mitmachstationen und Filmausschnitten können Besucherinnen und Besucher die Evolution der verschiedenen Erdzeitalter hautnah erleben – von der Verschiebung der Kontinente über die Dinosaurier bis hin zu den ersten Menschen. Neben der Erdgeschichte wird auch die vergleichsweise kurze Zeitspanne der Industriegeschichte des Vor 385 Millionen Jahren lag das heutige Ennepetal unter einem tropischen Meer. Heute zeugen Fossilien in der Kluterthöhle von dieser Geschichte. Foto: GeoPark Ruhrgebiet/Jan Bosch Ab in die Unterwelt Höhlen, Stollen und verborgene Welten: Dunkel und schaurig ist es in Nordrhein-Westfalen auch ganz ohne Halloween-Dekoration. Das Rheinische Ärzteblatt zeigt außergewöhnliche Ausflugsziele unter Tage. RÄ Wülfrather Kalkabbaus erläutert. Ein neues Highlight im Zeittunnel ist die Virtual Reality Tour durch den 80 Meter langen Schutzbunker. Während der Tour erleben die Besuchenden mithilfe einer 3D-Brille einen fotorealistischen Zeitzeugen-Durchgang durch den Tunnel im Jahr 1942. Auf dem naturkundlichen und industriegeschichtlichen Lehrpfad kann außerdem der Steinbruch Schlupkothen umrundet werden. Zeittunnel Wülfrath e.G., Hammerstein 5, 42489 Wülfrath. Der Tunnel ist von April bis Oktober immer dienstags bis sonntags geöffnet. Weitere Informationen auf www.zeittunnel.com vt Foto: Fabian Ibelherr/istockphoto.com Bis 1957 wurde in der Grube Günnersdorf Blei abgebaut. Heute gibt das Erzbergwerk Einblicke in den Abbau des „Eifelgoldes.“ Kluterthöhle Ennepetal, Gasstraße 10, 58256 Ennepetal. Öffentliche Führungen sind online buchbar, individuelle Touren oder Gruppenführungen können angefragt werden. Weitere Informationen auf www.kluterthoehle.de vt

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